Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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DIE BAUURKUNDE DES ERECHTHEION VOM JAHRE 408/7 229
sächlich so war, ergiebt sich daraus, dass im günstigsten Falle
nur 5 Stellen für den Namen frei bleiben, wenn nämlich die
Gruppe der beiden Jünglinge für sich einem Arbeiter übertra-
gen war und mit Η|[ΔΔ.1 Drachmen bezahlt wurde.
Die Untersuchung ist bisher ohne Rücksicht auf die anderen
Fragmente geführt worden, deren Stellung zu einander durch
Kirchhoffs grundlegende Bemerkungen festgelegt ist. Es galt
vorerst die kleineren Bruchstücke zu einem in sich zusammen-
hängenden Ganzen zu vereinigen, um dann die Frage aufzu-
werfen, wie dieses zu dem grossen Mittelteil der Tafel gestan-
den hat. Wenn ich mich jetzt diesem Probleme zuwende, so
möchte ich CIA IV1 321,45.151 (von Michaelis als /'bezeich-
net) von vornherein ausscheiden. Michaelis [Arx 105) hatte trotz
der Verschiedenheit im Schriftcharakter, trotz der geringeren
Zeilenlänge und der sonstigen Unregelmässigkeiten, die dieses
Stückchen im Vergleich mit den anderen Teilen der Urkunde auf-
weist, nicht Bedenken getragen, seine Zugehörigkeit zu behaup-
ten. Es giebt ein unzweideutiges Argument, das gegen seine
Anordnung entscheidet: der erhaltene Rand über dem Text be-
trägt nur etwa 0,02 m. Wir werden daher gezwungen sein, CIA
IV1 321,4 der Rechnung vom Jahre 409/8 zuzuweisen, mit
der Schrift und Anordnung der Buchstaben übereinstimmen.
Uns bleibt also nur Bruchstück a mit den Belegen aus der
VI. und VII. Prytanie, c mit dem Schluss der VII., Teilen der
VIII. und IX. Prytanie sowie e, das vom Ende der X. Prytanie
herrühren muss. Innerhalb der einzelnen Prytanieen ist auch in
diesem Falle eine Registrierung nach Kategorieen durchgeführt,
so dass die chronologische Reihenfolge nur in den Rubriken
gewahrt ist (Robert Hermes 1890, 444). Ein Vergleich der erhal-
tenen Reste ergiebt als gewöhnliche Disposition folgende Anord-
nung der Ausgaben : I Opfergelder, II Ankäufe, III λιθουργι-
κόν ; daran schliessen sich IV die Löhne für Golclgiesser und
Erzarbeiter, Zimmerleute und Tischler, Wachsbildner und Maler
sowie für die Hilfsarbeiter in mehr oder weniger fester Reihen-
folge. Am Schlüsse steht in der Regel das Gehalt des Archi-
tekten und seines Unterschreibers. Hierin macht nur die Rech-
nung der VII. Prytanie eine Ausnahme, da sie die bedeutenden
Zahlungen für die Friesarbeiter an das Ende setzt. Schöne
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