Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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DIE BAUURKUNDE DES ERECHTHEION VOM JAHRE 408/7 233
Platten in späterer Zeit beschnitten sind. Das trifft nur für den
oberen Rand von a zu, der sich sehr wesentlich von den ande-
ren Flächen unterscheidet. Die linke Seite von a (rechts ist
Bruch) und die rechte von c (links ist Bruch) ist auf Anschluss
gearbeitet. Dagegen zeigt die obere und untere Fläche von c
völlige Glättung; ausserdem ist oben deutlich die 0,075 m lange,
0,07 m tiefe und 0,013 m breite Öffnung für den Eisendübel
sichtbar und auch unten hat sich trotz des Bruches auf der
linken Seite die Spur eines solchen 0,06 tiefen Dübelloches in
einer Länge von 0,045 erhalten. Daraus ergiebt sich der
Schluss, dass sich an c nicht nur eine obere, sondern auch
eine untere Platte anschloss. Es verdient hervorgehoben zu
werden, dass der untere Rand von d durch eine Rille als sol-
cher charakterisiert ist, während dieses Merkmal bei c fehlt.
Eine Bestätigung für unsere Behauptung bietet eine genauere
Untersuchung über das Verhältnis von a zu d. Können beide
derselben Platte angehört haben ? Für die Mittelplatten a und c
werden wir mit Recht die gleiche Grösse voraussetzen dürfen.
Diese beträgt bei c in Zeilen ausgedrückt 87 Zeilen. Von a I
sind 67 Zeilen erhalten, wobei ich nicht in Anrechnung bringe,
dass oben ein Teil abgeschnitten ist. Die Rubrik ώνήματα nahm
sicherlich einige Zeilen in Anspruch. Da nun in d die vierte
Säule als τον έχόμενον εξής angeführt wird, muss ausser der
allgemeinen Angabe λιΕουργικοΰ' ραβδώσεως των κιόνων κτλ. zum
mindesten der Posten für die dritte Säule angegeben sein, der
in Kol. c 31 — 34 ungefähr 7 l/2 Zeilen einnimmt. Auf Bruch-
stück d sind 14 Zeile erhalten, so dass wir 67+ x +7 1/2+I4
zu addieren haben. Schon bei diesen Minimalzahlen kommen
wir auf 88 l/2 + x Zeilen für die Tafel, mithin müssen wir
Frg. a und d zwei getrennten, über einander stehenden Plat-
ten zuweisen. Dass uns aber aus der VII. Prytanie nicht nur
die kleinen Posten für Hilfsarbeiter, sondern solche für Steine
oder Erzarbeit verloren sind, macht die Höhe der Gesamtaus-
lagen sehr wahrscheinlich.
Ich fasse das Ergebnis der Untersuchung kurz zusammen.
Nachdem unter dem Archontat des Diokles im Sommer 409
der Bau des Erechtheion von dem Architekten Philokles wie-
deraufgenommen war, wurde er in diesem (409/8) und dem
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ATHEN. MITTEILUNGEN XXVI.
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