Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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ERNST PFUHL

terien von 16. Rot sind ferner die Platten der Pfeilerkapitelle
von 12 und die Hälse derer von 16 und 31. Gelb sind nur die
Abläufe der Pfeilerkapitelle von 12, vielleicht mit einem roten
Eierstabe darauf. Braun sind die Eierstäbe an den Abläufen
der Giebelsimen und der Pfeilerkapitelle von 16. An dem mit
Stuck überzogenen ägyptisierenden Na'iskos 36 wechseln Weiss
und Rot. Spuren von Gelb und Blau finden sich nach Pottier
auf den Anten von 26.
Das Bildfeld ist lebhaft gefärbt. Der Grund ist rot (25, 36),
rosa (24, 30), blau (26), gelb (12), oben rot, unten gelb (7); an
Stelle des Gelb ist wohl bisweilen die Steinfarbe getreten ; so
war der Grund von 35 gewiss unbemalt. Die Figuren zeigen im
Wesentlichen ' die Farben der gleichzeitigen Terracotten. Das
Fleisch der Männer ist hell braunrot (12), rosa (20), unbemalt,
d. h. hellgelb (30). Das Fleisch der Frauen ist weiss (20), gelb
(26), vielleicht auch bisweilen unbemalt h Das Haar ist hell rot-
braun (2, 26), rosa (30) 1 2, rot (7, 12, 31, 36,, 40) schwarzbraun (35).
Augensterne, Wimpern und Lippen sind rot (31). Das Gewand
ist blau (2, 26), gelb (12, 20), rosa (15, 17, 18,31), rot (12,20,40).
Die Schuhe sind rot (12, 16). Das Holz von Stuhl und Kasten
bei 2 ist braunrot. Rosa ist ferner das Innere der Schale, rot
der Kern des Altars und die darauf liegenden Früchte von 31.
Die Abweichungen von den fein gestimmten halben Farben der
Terracotten — volles Rot in Haar und Gewand ist an solchen in
hellenistischer Zeit so selten wie im sechsten und fünften Jahr-
hundert häufig — werden sich durch die Aufstellung im Freien
und den Wunsch der Vereinfachung erklären. Grundsätzlich
scheidet sich die Farbengebung dieser einfachen Grabsteine in
nichts von der des Alexandersarkophages.
An Kalksteinstelen römischer Zeit sind Farbspuren sehr sel-
ten ; ich kenne nur rot im Giebelfelde. Aber die oft abgekürzten
Formen verlangen eine starke Bemalung. Dagegen zeigen die
oben erwähnten römischen Marmorreliefs noch mehrfach rot
und gelb in vollen Flächen.
Inschriften sind auf hellenistischen Stelen so wenig er-

1 Wegen Spuren eines wahrscheinlich nicht ursprünglichen Blassrot vgl. Nr. 26.
2 Wohl gleich rot und nur gewählt, weil der Grund rosa gefärbt ist.
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