Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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C. WATZINGER

als Toilettengerät zur feinen Verteilung eines Parfüms oder
eines wohlriechenden Wassers, das von hinten zugeführt wer-
den konnte (A. V. 157).
2. Herakles im Kampf mit dem Löwen, fragmentierte Gruppe
aus Bergkrystall, H. 4,5 cm (Fig. 18). Kopf und Beine des Hera-
kles von den Knieen an und die hintere Körperhälfte des
Löwen sind abgebrochen. Herakles hat den Löwen mit beiden
Armen um den Nacken und die Brust gefasst und drückt ihn an
sich, Avährend der Löwe mit der rechten Tatze sich in die
linke Schulter des Herakles, mit der linken in das Fleisch des


Fig. 18.

rechten Oberschenkels eingekrallt hat. Das linke Bein des
Herakles ist weit vorgesetzt. Die nur andeutende, aber nicht
ungeschickte Ausführung ist durch die Härte des Materials
bedingt. Das Motiv der Gruppe ist das für den Kampf mit dem
Löwen seit der archaischen Zeit besonders beliebte (vgl. Furt-
wängler in Roschers Lexikon 2196, 2223, 2243). Bergkrystall ist
besonders in römischer Zeit in grossen Stücken zu Trinkbechern
verarbeitet worden 1 2 ; zu Gemmen wird es erst seit dem I. Jahr-
hundert vor Chr. wieder verwandt-. Von kleinen Statuen helle-
nistisch-römischer Zeit aus edlen Steinen hören wir durch Pli-
nius, der 37,108 eine Statuette der Arsinoe aus Topas nnd

1 Vgl. Blümner Technologie III 249.
2 Nach Furtwängler Gemmen III 392.
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