Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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ÜBER ZWEI EUBÖISCHE KAMMERGRÄBER

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Wir kehren zur Einzelbeschreibung zurück. Die Fiisse des
Thrones A setzen am Boden o, 16 m breit an und steigen dann
mit einer leichten Einziehung und Wiederanschwellung bis
0,18 m über den Boden auf, wo die Aussenlinie, die erwähnten
Einschnitte bildend, rasch nach innen biegt. Die Form dieser
starken Einschnürung des Thronfusses ist hier durch zwei in
der Mitte verbundene und so aufrecht gestellte Doppelvoluten
motiviert. Da wo diese oben und unten auseinanderlaufen,
entspringt aus einem Knospenblatt je eine schlanke lockere
Palmette mit geradem langem Mittelblatt und symmetrisch
umgebogenen Seitenblättern. Von der Aussenlinie der oberen
Schnecken ausgehend, steigt der Fuss wieder mit einer leichten
Verjüngung weiter und erreicht bei dem Ansatz des oberen
Rahmens seine geringste Breite (von 0,125 m), um sich dann in
einer Höhe von 0,66 m mit einer plötzlichen Rundung auf
0,18 m zu verbreitern; auf dieser Verbreiterung ruhen die bei-
den Kopfvoluten. Zwischen ihnen, wie unten, entspringt eine
siebenblättrige Palmette; zwei den Voluten entwachsende und
oben wieder nach innen gerollte Ranken tragen den gerad-
linigen Abschluss. Ihr Ausgangspunkt von der Aussenlinie der
Voluten ist durch ein kleines nach innen geschweiftes Akanthus-
knospenblatt verdeckt, und zwischen sie und den Volutenrand
ist eine Knospe eingeschoben. Reste von Bemalung sind nur
noch an den etwas gewölbten Augen der Voluten zu erkennen :
ein helles Zinnoberrot. An den Voluten der hölzernen Klinen
aus südrussischen Gräbern waren die Augen aus Glas oder
Bernstein eingesetzt. Das unterste Feld der Thronvorderseite
trägt in sorgfältiger Ausführung die Namen von zwei weibli-
chen Toten :
ΚΡΑΤΗΣΙΡΟΛΙΣ
ΑΡΙΣΤΙΩΝΟΣ
ΚΡΑΤΗΣΙΡΟΛΙΣ
ΜΕΝΕΛΑΟΥ 1
Im unteren Block des Sessels ist eine rechteckige Vertiefung
0,40 zu 0,30 m im Geviert und 0,40 m tief ausgearbeitet.

1 Vgl. Kuruniotis a. a. Ο. άρ. 12 δ, und «Έφημ. άρχ.» 1899 πίν. 11.
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