Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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Κ. G. V0LLM0ELLER

düng alter Familienstücke zu sepulkralen Zwecken ist der
schöne silberne Topf von Pilaf-Tepe im athenischen National-
museum [Journal of hell, studies 1900 Taf. V. S. 25). An ihm
ist absichtlich der Ausguss und der Henkel entfernt, und die
Öffnung ist anstatt mit einem Deckel mit dem Wurzelstück
eines Rebstocks verschlossen.
Nahe lag es die Hydria, die ja zu den kultlichen Handlungen
am Grabe erforderlich war, auch als Aschengefäss zu verwen-
den, wenn Verbrennung stattfand. Im Grabe von Koul-Oba,
wo beide Arten von Bestattung Anwendung fanden, ist auch
die Hydria zu beiden Zwecken verwendet. Dasselbe müsste
sich auch in etruskischen Gräbern nachweisen lassen. Die Ver-
wendung schöner und geeigneter Gefässe blieb in jedem P'all
auf die Gräber der Wohlhabenden beschränkt, und als im
eigentlichen Griechenland aller Aufwand für den Toten sich
nur noch in dem sichtbaren επίθημα kundgab, wurden diese
jonischen Hydrien — in Attika entwickelt und vielleicht vor-
zugsweise in den Bronzewerkstätten Euböas hergestellt — ein
bedeutender Ausfuhrartikel für die kleinen politischen Fürsten
und für die Nekropolen der reichen Städte am Pontos wie in
Italien: Pantikapaion, Phanagoria, Kyme und Capua1.
Thonschildchen. Herrn Kuruniotis war es gelungen,
vier der oben erwähnten bemalten Schildchen käuflich für
das athenische Museum zu erwerben. Dieselben sind von Wol-
ters a. a. 0. 120 in einer langen Reihe von Votiv - Schildchen
aufgeführt. Dies die Beschreibung: «es sind zwei Typen, beide
plastisch verziert. Nr. 11728 Rundschild ohne Handhabe 87 mm
Durchmesser. In der Mitte ein von Strahlen umgebener Helios-
kopf. Spuren von Vergoldung (Fig. 8). Nr. 11729 ovaler Schild,
ebenfalls ohne Handhabe 89 mm lang. In der Mitte ein etwas
nach links gewendeter Hundekopf auf einem senkrecht erha-
benen Steg aufliegend. Die Antyx ist vergoldet, das Feld dun-
kel rötlich violett, der Kopf vergoldet (Fig. 9). Vom ersteren
Typus ist nur ein, vom letzteren zwei Exemplare erhalten».
Die Abbildungen der Έφημ. άρχ. 1899 S. 228 f. Είκ. 2, 3 sind

1 Die ältere Form zeigen die capuanischen Gefässe vgl. Mon. ined. d. y XI
Taf. VI, 2, 3 ; v. Duhn Annali dell’inst. 1879 S. 119 ff.
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