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Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

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https://doi.org/10.11588/diglit.41307#0425
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ZUR ATHENISCHEN MARINEVERWALTUNG

41?

τέχνην όρώμεν συμβαΐνον (vgl. Eth. I 8.1094 a 8 ff.). Auf Grund
von Eusthatius 1533, 8 hat freilich Cartault behauptet, ναυπηγός
bezeichne im engeren Sinne die Baumeister, im weiteren die
Handwerker {La friere athenienne S. 17 f.). Er hat hier wie in
anderen Fällen seinen Gewährsmann nur halb gehört: δρα δέ
και, δτι την ναυπηγικήν γενικώτερον τεκτοσΰνην εφη, έπει και τέκτων
ό ναυπηγός δνόματι γενικω. Gerade hier ist wie bei Pollux I 48
deutlich ausgesprochen, dass der Schiffsbauer auch als Zimmer-
mann bezeichnet werden kann. Athen. V 40 S. 206 f. zeigt den
Gegensatz, der zwischen ναυπηγός und άρχιτέκτων besteht, be-
sonders klar : συνήγαγε δέ καί ναυπηγούς καί τούς άλλους τεχνίτας
καί καταστήσας εκ πάντων Άρχίαν τον Κορίνθιον αρχιτέκτονα-.
Zum Schluss mögen hier noch die Worte des Oligarchen (Ath.
pol. I 2) folgen : καί οί κυβερνήται καί οι κελευσταί καί οί πεντη-
κοντάρχαι καί οί πρφραται καί οί ναυπηγοί, ούτοί είσιν οί την δύνα-
μιν περιτιΌέντες τή πόλει, πολύ μάλλον ή οί όπλΐται καί οί γενναίοι
καί οί χρηστοί. Man ersieht daraus, dass die Schiffshandwerker
zu den Theten gezählt werden ; das steht doch nicht im Ein-
klang mit der wirtschaftlichen Stellung eines Baumeisters, wie
sie von Francotte mit guten Gründen gezeichnet wird {DIn-
dustrie dans la Grece II 110).
Wenn nun Keil zu dem Passus μι]σθόν άνωμολόγησαν in CIA
IV 78 a ναυπηγοί als Subjekt ergänzt und weiter vermutet, dass
die ναυπηγοί den νεωροί unterstanden, so vermag ich ihm bei
dem verzweifelten Zustande der Inschrift nicht zu folgen. So
lange der Zusammenhang der Teile unverstanden bleibt, wird
diese älteste Seeurkunde eher Rätsel aufgeben1 als lösen.
Besser erhalten ist der andere Stein, auf den der Strassburger
Gelehrte sich für seine Ansicht beruft {CIA IV 1 S.65 Nr.35 c)A
1 Möglicher Weise war auch der Schiffsbaumeister in der Inschrift Erwähnung
gethan : denn die Reste in Z. 23 legen die Ergänzung άρχιτέκτ]ονες zum min-
desten nahe. Kirchhoff liest: -- ον ές τά[ς ά]τε[λεΐς], ετερα δ[έ-.
- Die Ergänzung δΙίημάρχων] in Ζ. 6 ist ausgeschlossen, weil nicht Δ, son-
dern A auf dem Stein deutlich erhalten ist, was ich gegen Köhlers Abschrift
ausdrücklich betone. Im übrigen gehe ich nicht näher auf die Inschrift ein, da
A. Wilhelm, der sie mit CIA I 82 zusammengesetzt hat (s. Hicks and Hill: Greek
historical inscriptions - Nr. 58) und nachweist, dass sie dem letzten Jahrzehnt
des V. Jhdts. angehört, ihr eine ausführliche Behandlung in seinen attischen In-
schriften zuteil werden lassen wird.
 
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