Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 40.1915

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blieben uns seine Photographien und Zeichnungen, von de-
nen einige Max Lübke, unser langjähriger Mitarbeiter, nach
seinen Anweisungen ausgeführt hatte, und stenographische
Notizen, deren Entzifferung Frau Irene Lattermann über-
nahm. Davon galt es auszuwählen; die übrigen Aufzeichnun-
gen werden wir dem epigraphischen Archiv der Akademie
überweisen, in der Hoffnung, dass sich ein würdiger Fort-
setzer finde. Der Reisegefährte hat. dann die äussere Gestal-
tung übernommen und dabei versucht, über unsere bisheri-
gen Erkenntnisse, wie sie in den von uns beiden herausge-
gebenen Arkadischen Studien (Abh. Berl. Ak. 1911) und auch
im arkadischen Inschriftencorpus (IG. V 2, 1913) weder näher
begründet noch mit genügender Klarheit erkannt sind, an
einigen Punkten herauszukommen.
Über die bisherige Litteratur findet man in Frazers Pau-
sanias Vol. IV S. 273 zu Paus. VIII 22, 3 und auch im Corpus
unter Stymphalus die nötigen Angaben; hervorzuheben sind
die Besuche von Dodwell und Leake (1806), die immer noch
in ihrer plastischen Gestaltung meisterhafte Karte der Expe-
dition de Moree (bis 1832), sodann die Reisen von Ludwig
Ross (1839) und die gemeinsame von Ernst Curtius und Carl
Otfrid Müller (1840), sowie die Tagebuchblätter Welckers
(1 842). Einiges fügten Beule, Vischer, Clark, Bursian und wohl
auch noch andere hinzu; bedeutsam war eine epigraphische
Entdeckung von Jules Martha (1877). Auf die hochinteres-
santen geologisch - geographischen Probleme, die namentlich
Philippsons Peloponnes behandelt, müssen wir verzichten hier
näher einzugehen. Frazers Besuch fiel Ende September (1895);

er hat uns hier wie anderwärts eine feinabgetönte Schilde-
rung der Landschaft geliefert, aber auch die Ruinen selbst
studiert. Von all den Genannten hat aber nur Curtius eine
kleine Kartenskizze der Stadthöhe mitgeteilt.
Wir geben hier nur einige Grundzüge zur Erinnerung
und verweisen im übrigen auf die schönen Beschreibungen
der erwähnten Forscher.
Stymphalos, Ebene, Quelle, Fluss, Berg, Stadt, die alle
an diesem Namen Anteil gehabt haben, liegen an der tiefsten
Stelle einer etw'a von SW. nach NO. (WSW.-ONO.) gerichte-
ten Talrinne, deren Fortsetzung auf die Küste des Korinthi-
schen Golfes zu schon den Sikyoniern gehörte. Hohe Berge
begrenzen das Tal; im Norden das alles überragende, breite,
nach dem Meer hin geöffnete Hufeisen der Kyllene, eine ge-
waltige, wenn auch heute, da sich die Wege hier doch
schwerlich gebessert haben, sogar zu Pferde überschreitbare
Schranke gegen das achäische Pellana. Im Westen bildete
das niedrige Geronteion (Taf. XIII 5) die Scheide gegen den
See und das Stadtgebiet von Pheneos, während im Südosten
das vom Oligyrtos (heute Skipeza) ausgehende Apelauron
(Abb. 2. Taf. XIII 1. XIV 3. 4) und seine Fortsetzung der
unteren Talrichtung folgt. Dort stossen, freilich nur auf
Bergpfaden zu erreichen, die Gebiete von Orchomenos und
Kaphyiai au; im Osten führt der leicht zu überschreitende
Sattel des Apelauron geradeaus nach dem Hochtale von
Phleius äm Oberlaufe des Asopos, nach rechts in das nord-
südliche schmale Längstal von Alea.
Die Regenwasser, die man hier wohl auf die doppelte
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