Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 40.1915

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STYMPHALOS

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rarischen Fragen, die sich an den Namen des Aineas von
Stymplialos knüpfen, genügt es mit einem Worte hinzuwei-
sen. Im neuen arkadischen Bunde griff der Athener Iphikra-
tes erfolglos die Stadt an; im Jahre 366 stellte sie den
Bundesstrategen, trat aber bald wieder aus und wird auch
nicht genannt im Phylarchosdecret von 362 (IG. V 2, 1, vgl.
diese Mitt. 1911, 349), erscheint neben dem Koinon der Arka-
der, also schon ausgetreten, in der Kleonäerurkunde, die ich
trotz der numismatischen Bedenken hervorragender Fach-
genossen auch weiterhin auf die Busszahlungen für den Fre-
vel an den Olympischen Tempelgelderu von 364 beziehe
(vgl. IG. V 2 p. XX17). Nachdem Alexander der Gr. 324 den
arkadischen Bund aufgelöst hatte, blieben sie mit ihren Ver-
bindungen und Interessen mehr und mehr auf die nahe Küste
angewiesen, was auch noch in der Zeit des Pausanias und
wieder im heutigen Königreich seinen natürlichen Ausdruck
in der Zugehörigkeit zur Provinz Argolis - Korinth findet.
Während im dritten Jahrhundert die Macht der makedo-
nischen Herrscher zeitweise gering war, schloss Stymphalos
einmal eine Art Isopoliteia mit dem von Haus aus auch
noch arkadischen Lusoi, das sich der Übermacht seiner
Nachbarn Kletor und Pheneos offenbar nur mühsam er-
wehrte (IG. V 2, 358). Frühzeitig, wohl schon vor Megalopolis,
trat es dem achäischen Bunde bei. Mit der 'Grossen Stadt’
verband es der gemeinsame Gegensatz gegen die dazwischen
liegenden Nachbarn. Gemeinsam hielten Stymphalos und
Megalopolis, wie Polvbios hervorhebt (II 55), im Kleomeni-
schen Kriege den Versuchungen des spartanischen Eroberers
Stand, während die südlichen Städte des verschlossenen Ar-
kadiens, Tegea, Mantinea, Orchomenos, die vorher aitolisch
gewesen wären, öfter von einer Hand in die andere über-
gingen. Dann wurden die Berge bei Stymphalos der Schau-
platz einer Schlacht; im Bundesgeuossenkriege besiegte dort
Philipp V. von Makedonien die mit den Aitolern verbün-
deten Eleer.
Hier sei es gestattet, etwas zu verweilen, um den ge-
nauen Bericht des Polvbios (IV 67,5-82) anzusehen, der sicher
auf Augenzeugen zurückgeht und uns ein anschauliches Bild
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