Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 46.1921

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Gewandschemata der archaischen Kunst

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darstellung zeigen; auch die auf Rhodos gefundene Casseler Bronze
No. 115 und Winter, Typen 22 No. 2 sind ineiner Ansicht nach ionisch,
worüber anderswo. Auch die Quetschfalte wird hier erfunden sein, wie
überhaupt das Schema der Mittelbündels das ionische xa/;’ t'ioy^v ist.

Auch an der Rückenseite kommt das Mittelbündel vor: Delos:
Homolle, de Dianae simulacris Taf. VII b; E leusis: Eq. aQy. 1884
Taf. VIII, 5a; Ptoi on: B. C. H. XXXI 1907, 205f. Abb. 16, ja sogar
an ihr allein, T a r e n t: Statuette im Korentypus in Berlin, Skulpturen
No. 578.

Gewöhnlich ist das Gewand der Chiton, also aus Linnen, aber auch
am Peplos tritt das Schema auf: doch wohl Prinia: Monuments grecs
1891/2, 19; Ausonia III 1909, 219 Abb. 68; Winter, Typen 71 No. 1.

§ 5. In drei Senkrechten, einer in der Mitte, je einer an jeder Seite
fallen die Falten bei den Terrakotten: A t h e n: Winter, Typen 59 No. 2,
jünger No. 1 aus Lokris; Boiotien: 66 No. 3; Tiryns: Fricken-
haus, Tiryns I Taf. IX No. 1. Dies sind stehende Figuren, sitzende:
S p a r t a: Tod-Wace, Cat. of the Sp. Mus. 133 No. 2; T a r e n t: Winter,
Typen 163 No. 2; 122 No. 1; 112 No. 9 durch Raffung hergestellt, stehend;
ebenso Kamarina 106 No. 8 und zwar Peplos. Aus dem archai-
sierenden Relief aus denl nördlichen Peloponnes Svoronos, National-Mus.
1971 Taf. 170 (Ed. Schmidt datiert es nach freundlicher Mitteilung ins

V. Jhrh. und hält es ftir lokale Arbeit) darf man wohl schließen, daß
das Schema auch stehenden Figuren der archaischen Großplastik ange-
hörte. Auch phönikisch kommt es vor: Schale aus Idalion Perrot-Chipiez
III Abb. 482, K. i. B. 107 No. 5, falls die Bündel Falten darstellen.

Das gleiche Linienschema wird auch durch Bortengegeben. Taf. IV, 2
gibt mit liebenswürdiger Erlaubnis der HH. Direktoren Wiegand und
Zahn eine Bronzestatuette des Berliner Antiquariums, die in der Um-
gegend von Florenz gefunden sein soll (Misc. Inv. 7095. h. 15,4 cm. Durch-
schnitt in Kniehöhe lorbeerblattförmig). Ornamentiert ist das Gewand
vom Gürtel abwärts mit drei senkrechten erhabenen Borten, die aus
einer eingestochenen Punktreihe zwischen Linien bestehen; das gleiche
Muster hat der Gürtel und der Halsrand. Beim Überschlag ist nach
innen ein Wulst mit Fischgrätenmuster daneben gesetzt, ebenso am
gerundeten unteren Rand. Zeit wohl kaum später als die Mitte des

VI. Jhrh.; das gleiche Schema haben Buccherofigürchen Arch. Anz. 1889,

Athen. Mitteilungen XXXXVI 1921 4
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