Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 46.1921

Page: 76
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1921/0082
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
‘0 BENOZ 'IA7P02

Die sorgfältigen und eindringenden Ausführungen, in denen Ludw.
v. Svbe! iiber den als Heros verehrten §evog lavQÖg genannt Toxaris ge-
handelt hat (Herm. XX 1885, 41 ff.), scheinen mir in einigen Punkten der
Ergänzung zu bediirfen. Er unterscheidet in dem einzigen Berichte, den es
über ihn überhaupt gibt (Lucian. Scyth. 1 f.), drei verschiedene Phasen.
Man beginnt am besten mit der jüngsten, die der Zeit Lukians angehört.
Dieser erwähnt einen alten, halb zerstörten Grabstein, auf dem man iiber
die Hälfte einer Figur noch erkennen könne, außerdem einen Bogen und
ein Buch; den oberen Teil der Stele mit dem Gesicht habe die Zeit un-
kenntlich gemacht. Der Grabhiigel sei mäßig groß, der Grabstein liege
an der Erde und sei ständig mit Kränzen geschmückt; es sollen auch
schon etliche Fieberkranke bei ihm Heilung gefunden haben. Die zweite
Phase des Berichtes führt in eine um sechs Jahrhunderte weiter zurück-
liegende Zeit, in die der großen Pest. Damals erschien der Jrj/iaivht]
(jEi/iaivht] d. Hdschr.), der Frau des Areopagiten Architeles, jener
'hvog iazoög und beauftragte sie, den Athenern zu sagen, die Pestplage
werde aufhören, wenn sie die Gassen reichlich mit Wein besprengten.
Solches geschah: zum Danke dafür ward ihm ein Kultus gestiftet, und
noch jetzt, berichtet Lukian weiter, wird ihm ein weißes Pferd an seinem
Grabe geopfert. Das Grab aber kannte man, weil Demainete es gezeigt
hatte: aus ihm sei der Heros hervorgetreten (nQohd-övra: TiQoaeltiövia
d. Hdschr.), ihr seinen Auftrag zu geben. Das Grabmal ward damals
aus der (wenn auch nicht mehr ganz deutlichen) Aufschrift als das des
Toxaris erkannt, hauptsächlich aber an seinem Skulpturenschmuck, der
einen Skythen darstellt, in der Linken einen gespannten Bogen, in der
Rechten ein Buch, ‘wie es schien’.

Wahres und Erdichtetes sind in diesem Berichte von Lukian mit-
einander verquickt. In Wirklichkeit gehört die teilweise Verwitterung
loading ...