Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 46.1921

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Studien zur attischen Chronologie der Kaiserzeit

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(siehe oben). Da, wie Dürrbach S. 173 bemerkt, beide Texte in ihren
palaeographischen Eigentümlichkeiten übereinstimmen, haben wir Teile
der gleichen Inschrift vor uns. Sie rühren freilich nicht von der gleichen
Stele her. Denn die Rückseite von A war unbeschrieben; für B hat man
aber einen Stein benutzt, der den Schluß einer Übergabeurkunde der
IeqotcoioI £ni z/t]fieov uqxovtol; = 286 v. Chr. trug, s. Bull. Corr. Hell.
XXVIII 1904, 152 n. 51= IG. XI 2 n. 155 b. Unser Bruchstück gibt
uns die Gruppe:

S. 85, Z. 5. Kaoiog zhoyevrjg

S. 86, Z. 12/3. (DXaoviog Ev\(pav7]g

S. 86, Z. 20. ’lovhog Kaotog.

b) Bruchstück Jarde = Bull. Corr. Hell. XXVIII 1904, 175 n. 59.
Mit diesem Fragment Colin gehört aufs engste ein anderes zusammen,
das die obere linke Ecke einer Stele weißen Marmors darstellt. Da Jarde,
wie Dürrbach Bull. Corr. Hell. XXVIII 1904, 155f. des näheren ausführt,
die Zugehörigkeit zu unserem Text bereits erkannt hat, nenne ich es
Bruchstück Jarde. Es ist gleichfalls zweiseitig beschrieben und zwar
trägt die eine Seite wieder einen Teil der Inschrift des Apollopriesters

„ , , 14 (15)

M. A[yviog Üv^öÖMQog ev iw eni.aQyovtog

eviavtcö, die andere Reste eines Inventars der leQonoioi eines unbe-
kannten Jahres, s. Bull. Corr. Hell. 1904, 152 n. 51 b = IG. XI 2 n.
155 a. Um die Stellung des Bruchstücks Colin zu ermitteln, ist davon aus-
zugehen, daß wir es bei der Rechnung mit einer kurzen summarischen Über-
sicht zu tun haben, wie sie am S c h 1 u ß der Inventare, z. B. Bull. Corr.
Hell. VI1881, 51 B 216—254, wohl vorkommt. Da uns nun, wie der Druck
im Corpus XI 2, 155 b zeigt, in der Rechnungsurkunde der untere Teil
der Stele voll erhalten ist, so muß auch die auf der anderen Seite stehende
Liste (= fr. Colin) in ihrem unteren Teile als vollständig angesehen werden.
In ihrem oberen Teil dagegen ist diese Liste unvollständig. Für die Größe
der Lücke, die nun möglicherweise zwischen den Bruchstücken Jarde
und Colin besteht, läßt sich aus der Urkunde der leoonoioi nichts
gewinnen, wohl aber aus der Dodekas-Inschrift. Auf fr. Colin ist von den
Angaben des ersten Jahres nur das eine Wort ndoag erhalten. Da es am
Anfang der Zeile steht, muß bei der Formelhaftigkeit dieses Textes die
vorhergehende Zeile mit üvoiag geschlossen haben. Das muß nun bei
dem Bruchstück Jarde, das seiner Erhaltung nach vom Oberteil einer
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