Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 46.1921

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Studien zur attischen Chronologie der Kaiserzeit

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ging der Gruppe voran (Neubauer, Hermes XI 1876, 394), B) er folgte
auf die ävctQxta (Dittenberger IG. III 1029). A) Wenn Sextus vor Mamer-
tinus im Amte war, so bleibt für ihn die Wahl zwischen a) 165/6 und
b) 166/7. Im Falle a) kann Mamertinus entweder a) unmittelbar auf ihn
folgen oder ß) erst nach dem Intervall eines Jahres. Das denkbar spä-
teste Datum der dvaQxia ist 168/9. B) Wenn wir dagegen Sextus erst
auf die ävaQxia folgen lassen, so kommt nur eine Möglichkeit in Frage.
Sextus muß 167/8 amtiert haben, denn 168/9 ist ftir ihn ausgeschlossen,
wie wir oben sahen. Mithin ergibt sich für die ävaQxia 166/7, für
ßlanEQTivog 165/6, d. h. die denkbar frühesten Daten, die III 1030
zuläßt. Eine graphische Darstellung wird es dem Leser erleichtern, die
Aufstellungen nachzuprüfen, vgl. Dürr, Reisen 98. Graindor, Bull. Corr.
Hell. 1915, 386.

Tabelle I.

A B

165/6

a) Sextus

b) —

Mamertinus |

166/7

a)Mamertinus|

ß) ~

Sextus

anarchia I (

167/8

anarchia I j

Mamertinus j

Mainertinus 1

Sextus

168/9



anarchia I j

anarchia I 1



3. Das erste Jahr des Abaskantos.

Jetzt lenken wir den Blick zu Graindors Aufsatz zurück. Er nahm
das Jahr 166/7 für (Ddioreidrjs in Anspruch und erhielt so als Epoche-
jahr des Abaskantos 139/40. Diese These verträgt sich mit der Verteilung
der Jahre im Falle B überhaupt nicht, denn 166/7 ist nicht frei. Im
Fall A ist Graindors Ansatz nur unter der doppelten Voraussetzung
möglich, daß 1) Sextus in das Jahr 165/6 gehört (= a), und daß 2) der
ävaQx’ia I das denkbar späteste Datum 168/9 zugesprochen wird (ß). Der
weitere Verlaut der Untersuchung wird zeigen, daß die erste dieser Be-
dingungen in der Tat zutrifft, die zweite dagegen nicht.

Um weiterzukommen, ziehe ich Neubauers Arbeit im Hermes XI
1876 heran. Er entwarf auf S. 397 eine Tafel, auf der die verschiedenen

des Dienstjahres. Das ist wegen der Formel ol iqijßEvaaviEs und der Auf-
zählung der Gymnasiarchen vom Boedromion bis zum Metageitnion un-
möglich.
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