Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 47.1922

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Einzelfunde Ölympia 1922

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Dffenbar die geometrische Keramik und die Votivtierchen aus Ton und
Bronze bilden. Erst in dieser Schicht hat sich Eisen gefunden. Die
Heraionbauten reichen nicht unter diese Schicht herab; die verschie-
denen Fußböden, die an diesem Tempel beobachtet wurden, gestatteten
sogar an verschiedenen Stellen eine zeitliche Scheidung der Funde. Dabei
stellte sich deutlich heraus, daß die Keramik des ältesten Tempels dem
Protokorinthischen schon auffallend nahe kommt. Solche Gefäßreste
fanden sich sogar unter dem Fußboden dieses Tempels, also in derselben
Tiefe, in der im Opisthodom die Steinersche Bronzestatuette zutage kam:
Fragmente beidseitig gefirnißter dünnwandiger Gefäße aus feinem Ton.
Diese Ware wurde z. T. an Stellen gefunden, an die sie nur vor der Er-
bauung des ersten Ringhallentempels gekommen sein kann; sie setzt sich
auch in der Zeit dieses Baues noch fort und gibt iiberhaupt den Funden
der archaischen Schicht auch außerhalb des Tempels ihr Gepräge. Wenn
sie bisher auch nur wenig Beachtung fand und unsere Grabung nur spär-
liches Material lieferte, so läßt sich vielleicht doch schon soviel sagen,
daß sie der Gegend angehört. Ihre feine Technik, die reifen Gefäßformen
(Kleeblattkannen und Henkelbecher lassen sich nachweisen) und die ge-
legentlich vorkommende feine Reifenverzierung widerraten, mit ihrem
zeitlichen Ansatz weiter hinaufzugehen als in den Beginn der orienfalisie-
renden Gattungen.

Mit dieser Keramik zusammen fanden sich in der ältesfen, dem ersten
Tempel gleichzeitigen Schicht eine Anzahl der bekannten Votivtiere aus
Ton und Erz, ferner Reste von eisernem und ehernem Gerät, von denen
eiserne Dreifußbeine mit Beschlag aus Bronzeblech und Eisenwaffen her-
vorgehoben seien. Als wichtigster Fund dieser Schicht ist die 1906 ge-
fundene Löwenklaue (Ath. Mitt. XXXI 1906, 210) anzusehen.

Der erste Bau ist durch Brand zerstört. In der unmittelbar darauf-
folgenden Schicht des zweiten Tempels, die durch Fußböden deutlich vom
ersten und dritten Tempel geschieden ist, verändert sich das Bild ein
wenig. Die Keramik des ersten Tempels setzt sich, wie gesagt, noch fort,
es findet sich aber daneben eine Ware mit hellem Überzug und feinen. um-
laufenden, parallelen Linien, die ganz an das Protokorinthische erinnert,
und auch eine mit roter und weißer Farbe belebte Firnisware mit linearen
Ornamenten. die schon vonfrüheren Ausgrabungenher (Ath.Mitt. XXXVI
1911,192) bekannt ist und wohl die Fortsetzung der obengeschilderten lo-

Atlien. Mitteihingen XXXXVIl 1922 4
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