Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 47.1922

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Ernst Buschor

den Rest der Löwin als das Zwickelornament S. 126 scheint mir Wiegand
(S. 230) richtig in die jüngerarchaische Zeit gesetzt zu haben. Wir
haben also in A 3, D und E insgesamt drei spätere Antenhäuser (Wie-
gand S. 166 ff., Heberdey S. 159 ff.), und zwar gehören diese zu den
kleinsten Bauten der Burg. Wenn man nicht annehmen will, daß ältere
größere Tempel durch diese kleinen Bauten ersetzt worden sind oder daß
man damals neue Tempel in diesem kleinen Format errichtet hat, wird
man sie für Schatzhäuser oder etwas dergleichen halten müssen. Da
nach Heberdey (S. 9) Teile aller dieser Bauten in den Tyrannenschutt ge-
wandert sind, kann man ihre Kurzlebigkeit nur damit erklären, daß sie
dem Neubau des Parthenon irgendwie hindernd im Wege standen. Sie
gehörten also zu dem von uns supponierten ‘Löwentempel’, und wurden,
als dieserfiel, wohl weiter östlich durch die oixrjfiara der Hekatompedon-
inschrift ersetzt. Dazu paßt, daß sich Wiederverwendung ihrer Steine zum
Teil nachweisen läßt (Heberdey S. 9).

Daß die älteren kleinen Porosbauten auch alle Schatzhäuser gewesen
seien, ist nicht wahrscheinlich. Der Hydratempel, von dem nur ein Giebel
und kein Baurest erhalten ist, könnte ein Walmbau altertümlicher Technik
gewesen sein, der Pandrosos geweiht, die noch zu Pausanias’ Zeit ein
Tempelchen westlich des heiligen Ölbaumes besaß. Die Möglichkeit, daß
Peisistratos den Bau um 550 durch den Tempel C (Heberdey S. 157)
ersetzt hat und daß dieser später wieder ein Opfer der Ringhalle geworden
ist, muß erwogen werden. Älter als Tempel C ist der Bau Ax mit dem
Ölbaumgiebel (Heberdey S. 143), dessen Rückseite man wohl die jüngere
‘Prozession’ (Wiegand Taf. 15 links) zuteilen darf. Der Bau hatte an den
Fronten 11 Triglyphen. Will man nicht einen in dieser Zeit auffälligen
sechssäuligen prostylen Tempel mit sehr schmalen Interkolumnien aus
ihm machen, so wird man, was die Architravreste erlauben, unter die
Ecktriglyphen Anten, unter die vierte und achte Triglyphe Säulen setzen,
d. h. es handelt sich um ein Propylon. Gehört der kleine Tritongiebel zu
Heberdeys Bau A2 (S. 153), so liegt hier ein ganz ähnlicher Fall vor; wenn
nicht, so erhöht sich die Zahl der Bauten, und dasselbe ist natürlich der
Fall, wenn die noch herrenlosen Bauglieder und Giebelreste, z. B. die
ältere ‘Prozession’ (Wiegand Taf. 15 rechts) sich in den genannten Ge-
bäuden nicht unterbringen lassen.

Ein Propylon wäre z. B. zu fordern ungefähr in der Gegend der
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