Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 10.1894

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Architektonifche Rundfchau
SKIZZENBLÄTTER
AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST
HERAUSGEGEBEN
VON
Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle
ARCHITEKTEN IN STUTTGART.
-*-!• 10. Jahrgang 1894. «-•-
2. Heft.

Monatlich eine Lieferung zum Preise von Marie 1. 50.


I N HALT.

Tafel 9. Wohnhaus in Stuttgart; erbaut von Eisenlohr
& Weigle, Architekten daselbst.
Dasselbe wurde 1889—1890 für herrschaftliche Etagen-
wohnungen an der aussichtreichen Mörikestrasse erbaut. Da die
Aussichtseite des Hauses nach rückwärts geht, so mussten auch
die Hauptwohnräume nach dieser Seite gelegt werden.
Die dargestellte Hauptansicht ist aus Haller Werksteinen
erstellt, während die übrigen Seiten in der Farbe dieser Werk-
steine geputzt sind. Da eine polizeiliche Vorschrift für jene


Grundriss zum Wohnhaus in Stuttgart;
erbaut von Eisenlohr & Weigle, Architekten daselbst.
Strasse nur eine beschränkte Höhe der an derselben zu er-
richtenden Häuser gestattet, konnte das Mansardendach des
Hauses nicht so hoch ausgeführt werden, wie es für die Archi-
tektur desselben wünschenswert gewesen wäre.
Die Baukosten beliefen sich auf ca. 167000 Mark.
Tafel 10. Füll- und Versandhaus in Giesshübl-Puchstein;
umgebaut von Architekt Karl Haybäck in Wien.
Dieses Gebäude wurde im Jahre 1891 von dem Besitzer
und Begründer des Kurorts, dem kaiserl. Rat Edlen von Mattoni,
umgebaut.

Im Erdgeschoss befinden sich die grossen Fülllokale für den
Versand des Wassers; im ersten Stock sind Bureaux und Fremden-
zimmer untergebracht.
Tafel 11. Fenstermotiv im Ahnensaal des Schlosses Trost-
burg-Waidbruck (Südtirol); aufgenommen von Architekt H. Kirch-
mayr in München.
Tafel 12 u. 13. Villa des Dr. R. Reinhold in Bad Wil-
dungen; erbaut von Architekt Johannes Heeren in Berlin.
Der Bauherr, ein bedeutender Spezialarzt in Bad Wildungen,


umgebaut von Architekt Karl Haybäck in Wien.
legte einen besonderen Wert darauf, dass alle von ihm ge-
wünschten Räume im Parterregeschoss untergebracht würden, und
da derselbe Junggeselle ist, dienen die Mansarden-, resp. Giebel-
räume als Fremden-, Billard-, Wirtschafts- und Dienerzimmer.
Das Gebäude liegt auf allen Seiten frei auf einem mehrere
Morgen grossen prachtvollen Grundstücke mit Teichanlagen und
Fichtenholzungen und ist mit der Hauptfront der Brunnenallee
zugekehrt.
Das Terrain fällt nach der Tiefe zu bedeutend, so dass
das ganze Kellergeschoss der Gartenfront frei zu liegen kommt
und die Gartenterrasse mit einer grösseren Freitreppenanlage
versehen werden musste.
Die Halle, welche mit dem Vestibül und der Gartenterrasse
durch breite, mit Bleiverglasung gezierte Thüren verbunden ist,
hat ausserdem ein Oberlicht erhalten und ist mit Kamin und
Holztäfelung an den Wänden ausgestattet. Dieselbe dient als
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