Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 10.1894

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Architektonifche Rundfchau
SKIZZENBLÄTTER
AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST

HERAUSGEGEBEN

VON
Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle
ARCHITEKTEN IN STUTTGART.

i 10. Jahrgang 1801.
4. Heft.

Monatlich eine Lieferung zum Preise von Marli 1. 50.

I N HALT.

Tafel 25. Wohnhaus in der Prinzregentenstrasse in München;
erbaut von Architekt E. Seidl daselbst.
Die in einer Breite von 30 m angelegte Prinzregenten-
strasse gab die Veranlassung zur Entwicklung grosser Architektur-
formen durch eine kräftige, drei Etagen umfassende Pilaster-

verheirateten Gärtners, im Dachgeschoss Gast- und Mägdestuben.
Im Erdgeschoss befindet sich etwa im Mittelpunkt der Anlage,
doch ohne die Benutzung der Wohnräume in ihrem Zusammen-
hang zu stören, die auch nach aussen charakterisierte kleine
Hauskapelle. Nach Beseitigung der in Klapp- und Schiebethüren

und Säulenteilung.
Vorbildlich waren hierfür
die rein architektonisch ent-
wickelten Barockfassaden von
Alt -Wien.
Bei der Grundrissentwick-
lung ist der vornehmen Lage
entsprechend auf grosse helle
Räume und eine für die Ab-
teilung der Wohnungen günstige
Anordnung des Stiegenhauses
Wert gelegt.
Die Fassaden sind in Ge-
simsteilen, Kapitälen etc. aus
Kalkstein und Muschelkalk, das
übrige Putz.
Die Ausführung des ohne
Baugrund M. 235000 kostenden
Hauses wurde durch den Eigen-
tümer, Baumeister Heinrich
Neumann, bewirkt.
Tafel 26. Wohnhaus des


Grundriss des Wohnhauses in der Prinzregentenstrasse in München
erbaut von Architekt E. Seidl daselbst.

aufgelösten Schmalwand kann
für den Fall gottesdienstlicher
Handlungen mit zahlreicherer
Beteiligung sowohl die Diele als
auch deren Umgang im Ober-
geschoss zur Benutzung hinzu-
gezogen werden.
Tafel 27. Grabmal in Ville—
daigne (Aude, Frankreich); ent-
worfen von Architekt Emile
Bertrand.
Der Aufbau dieses originell
erfundenen Grabmals hat 7 m
Höhe bei einer Breite von 2,80 m
Sockel.
Die Ausführung in weissem
Kalkstein hat 13 471 Franken er-
fordert.
Tafel 28 u. 29. Villa in
Narrow on the Hill (England);
erbaut von Architekt Arnold
Mitchell in London.

Pfarrers Dr. Pietschker in Bornstädt bei Potsdam; erbaut von
Regierungsbaumeister O. March in Charl Ottenburg. Vorder-
ansicht.
Das in den Jahren 1890/91 erbaute Haus ist dicht an der
Grenze des Potsdamer Weichbildes unweit Sanssouci gelegen.
Die Architekturglieder sind in Cottaer Sandstein ausgeführt, die
Wandflächen mit roten Vollsteinen verblendet. Die Erwärmung
der Räume erfolgt durch Niederdruckdampfheizung. Im Keller-
geschoss liegen die Wirtschaftsräume und die Wohnung eines

Dieses jüngst in England gebaute Haus ist ein hübsches
Beispiel jener kleinen Landwohnungen, wie sie dort allenthalben
zu sehen sind und in neuerer Zeit auch in Deutschland volks-
tümlich werden. Der für solche Bauten bei aller Einfachheit
der Baumaterialien — rote Backsteine, Ziegel und etwas weissen
Verputz — geforderte malerische Reiz ist hier bei geringstem
Kostenaufwand erstrebt.
Es enthält drei Empfangs- und fünf oder sechs Schlafzimmer,
neben den erforderlichen Wirtschaftsräumen. Der Grundriss des
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