Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 10.1894

Page: ac
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/architektonische_rundschau1894/0044
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Architektonifche Rundfchau
SKIZZENBLÄTTER

AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST
HERAUSGEGEBEN
VON
Ludwig Eisenlohr und Carl ÄÄfeigle
ARCHITEKTEN IN STUTTGART.
-*-!• 10. Jahrgang 1891.
3. Heft.

Monatlich eine Lieferung; zum Preise von Mark 1. 50.


I N HALT.


■welcher auf einer zur

die
und

Sachersche Kuranstalt
erbaut vom f Baurat

Tafel 23.
in Helenenthal
O. Hieser.
Der Bau,

daselbst.

Tafel 17. Frankfurter Bank in Frankfurt a. M.; erbaut von
Architekt Hermann Ritter daselbst.
Die Bank wurde in der Zeit vom August 1888 bis Mai 1891
fertiggestellt. Einschliesslich einer aussergewöhnlich tiefen Fun-
dierung und der elektrischen Lichtanlage (Gasmotor, Dynamo-
maschine, Akkumulatoren etc.) betrug der Bauaufwand M. 788000.
Die Fassaden sind in Burgpreppacher Sandstein, sämtliche Ge-
bälke in Eisen und Stein, der Dachstuhl in Eisen, die Kuppel in
Eisen und Kupfer ausgeführt.
Die zum ersten Stock führende Haupttreppe wurde in den
Kuppelvorbau an die Strasse verlegt, weil die umgebenden
Strassen, namentlich die Mainzerstrasse zu eng sind lind für
Büreauzwecke ein weniger günstiges Licht bieten, als die an
den

von den Bildhauern Keller, Krüger

Grundriss der Frankfurter Bank in Frankfurt a. M., erbaut von Architekt
Hermann Ritter

y, 0 f 2 fr 4 5 fr ! 8 K> Atet.

Kuranstalt gehörigen
Gartenparzelle gelegen ist, batte vornehmlich den Zweck, grössere
Gesellschaftsräume aufzunehmen, und ist massiv in Steinmaterial
und Ziegelmauerwerk hergestellt.
Die reiche Holzarchitektur ist in Lärchen- und Föhrenholz
ausgeführt.
In dem mässig erhöhten Parterre befinden sich parallel der
vorüberziehenden Hauptstrasse eine mit mächtigen Steinsäulen
und Kreuzgewölben gezierte Kolonnade, an diese anschliessend
die mit reicher Stuckdekoration versehenen Salons. Der übrige

scher Manier direkt auf die Wand gemalt. Die Säulen sind aus
belgischem Marmor (rouge griotte) von der Schachenmühle in
Strassburg geliefert, die Kapitäle sind in Galvano-Bronze von
der Württembergischen Metallwarenfabrik, Filiale München, her-
gestellt. Der reichliche Lichteinfall geschieht durch ein farbiges
Oberlicht.
Tafel 22. Entwurf zu einem Kreishause für Königsberg in
der Neumark von Wern er
ßu £)as Projekt wurde
■ ®. fr“-WJ in einem Wettbewerb mit
■ dem zweiten Preise aus-
I BTc/'k I jü; gezeichnet.
Ccwolsl ■ ", Das Gebäude soll
l -«, I l Kellergeschoss, Hoch-
fr» « parterre und ein Ober¬
geschoss umfassen und in
einfacher, aber würdiger
Form massiv erstellt wer-
den. Es enthalten:
das Kellergeschoss: die
Wohnung des Haus-
warts und Räume zu
wirtschaftlichen Zwek-
ken;
das Hochparterre: die
Kassenräume und
Diensträume für Land-
ratsamt und Kreisaus-
schuss ;
das Obergeschoss: den
Kreistagssitzungssaal
mit Zuhörerraum und
Garderobezimmer, Bibliothek und Kommissionszimmer, ausser-
dem eine Beamtenwohnung.
Zur Verfügung stand eine Bausumme von M. 200000, welche
nach Abzug von M. 8550 für eine Niederdruck-Dampfheizung,
sowie M. 21000 für die reichere Ausstattung des Sitzungssaals
und der Kaiserstatuen der Fassade, M. 17.50 für den Kubikmeter
umbauten Raumes ergab.
Hotelannex für die Carl
bei Baden (Österreich);

Garten und die Promenade grenzenden Rückseiten.
Die Steinfiguren in den Nischen und über dem Portal, sowie
Zwickelfiguren sind
Schierholz gefertigt.
Der Bau wurde zum
grössten Teil von der
Firma Philipp Holzmann
& Cie. ausgeführt.
Tafel 18. Wohn¬
haus des Herrn Geo B.
Hayes in Buffalo (N. Y.);
erbaut von Architekt J.
H. Marling daselbst.
Mit Genehmigung
des Herausgebers aus
»Architecture and Build-
ings«, New York.
Tafel 19. Villa
Ziegler in Wintherthur;
erbaut von Jung & Brid¬
ier, Architekten daselbst.
Das Gebäude ist, nach allen Seiten freistehend, am sanft-
abfallenden Südhang des Lindberges errichtet worden. Der
Sockel besteht aus Kalkstein, die Fenstereinfassungen, Giebel-
abdeckungen aus St. Margrether Sandstein; die Mauerflächen sind
mit Frankfurter Verblendern bekleidet; sämtliche der Witterung
ausgesetzten Holzkonstruktionen sind in Eichenholz ausgeführt.
Die Baukosten belaufen sich inklusive der verhältnismässig be-
deutenden Fundationen auf M. 60000.
Tafel 20 u. 21. König Karls-Halle im neuen Landesgewerbe-
museum zu Stuttgart; erbaut von Professor S. Neckelmann
daselbst.
Der Lichthof des neuen Landesgewerbemuseums in Stutt-
gart wurde bei der Feier des 25 jährigen Jubiläums König Karls
dazu ausersehen, als dauernde Erinnerung an dieses Fest mit
Werken der Malerei und der Plastik ausgeschmückt zu werden.
Die auf den Treppenabsätzen angenommenen vier Gruppen werden
nach den Modellen von Professor Hundrieser und Eberlein in
Bronzeguss durch die Giesserei von Paul Stotz und der von
Pelargus, beide in Stuttgart, hergestellt. Das 30 m lange Bilder-
fries wird von Professor Ferdinand Keller in Karlsruhe in Kaim-
loading ...