Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 5.1971

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Dominik Skutecký: Markt in Banská Bystrica, Oel, 1889

es ihnen vorher gelungen war, die Aktion zur
Gründung des Vereines (die wir im Jahre 1877
verzeichnen)15 zu untergraben. Dabei ging es doch
nur um ein lokalgeartetes Unternehmen ohne jede
Absicht, ein Kollektiv nationalen Charakters zu
organisieren und dennoch scheuten sich seine Buda-
pester Gegner nicht, es unsinnigerweise als „pan-
slawistisch“ anzuschwärzen.16 Sie setzten nämlich
voraus, dass sich ein jeder Hang nach Gruppierung
früher oder später in ein integrierendes Bewusstsein
selbständiger Kultur und psychischen Charakters
verwandeln könnte.
Die national orientierte künstlerische Betäti-
gung, welche in dei’ Hälfte des 19. Jahrhunderts zu
verpflichtenden Resultaten im Werke Klemens’
und Bohün’s geführt hat, erlitt zwar Rückschläge,
doch zur Gänze verstummte sie nicht. Stür’s An-
hänger waren keine „Väter stummer Kinder“

wie es einst der Dichter Andrej Sládkovič befürch-
tete. Doch die neue Realität musste erst durchkal-
kuliert werden, man musste frische Kräfte für
eine neue wechselseitige Interaktion sammeln.
Dies geschah unter anderem, indem man neue
Kontakte mit der tschechischen Kunst anknüpfte.
Ein Beweis dafür, dass das damalige nationale
Zentrum in Martin, nebst der Betonung slowakisch-
nationaler Besonderheiten an keine Isolierung
unserer Kultur von der slowakisch-tschechischen
Einordnung dachte, war die Anerkennung des in
Prag und München studierten Künstlers tschechi-
scher Abstammung Jaroslav Věšín (1854—1915)
als Maler der Slowaken. Anfangs malte er bunte
Marktszenen und Jagd-Genre. Die Slowakei lernt
er als Soldat zu Beginn der 80-Jahren kennen. Von
dieser Zeit an kehrt er regelmässig von seinem
ständigen Wohnsitz in München hierher zurück

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