Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 5.1971

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sehend. Anfangs malte er Idyllen an der Haus-
schwelle [Unter der Dachschwelle, 1882), Alt-
bratislavaer Figuren (Der blinde Jozef ), doch später
mehren sich Erlebnisse aus dem Leben der slowa-
kischen Dorfbewohner [Die Mühle; Slowakische
Prozession bei der Florian-Säule in Bratislava, 1899,
u. a.).
Bis zum Zusammenbruch der Oesterreich-Unga-
rischen Monarchie wechselte Kornel Spänyik
(1858—1943) seinen Aufenthalt zwischen Buda-
pest und seinem Geburtsort Bratislava. Er war
nach Majsch langjähriger stellvertretender Vor-
sitzender des Bratislavaer Kunstvereines. Neben
offiziellen und sog. gesellschaftlichen, vorwiegend
Damen-Porträts, war sein Hauptgebiet das feuil-

letonistisch pointierte Genre voll körperlicher
Sinnlichkeit oder lyrisch erlessener Erhabenheit
[Am Ball, 1887; Bratislavaer Тгагьт; Verdächtige
Anzeichen; Frou-Frou, 1892; Ave Maria; Honig-
wochen). Es sind vorwiegend Banalitäten, doch
mit talentiertem Pinsel in der Art des pompösen
Kolorismus Benczur’s gemalt.
Das mondäne Leben der Bratislavaer Bour-
geoisie hat sich auch in einigen Genre von František
Kozics (1864—1900) wiederspiegelt und zeugen
von einem Akademismus, welcher realistisch-
beschreibenden Charakter aufweist (Liebesbrief-
chen). Kozics liess sich in München nieder und hier
verbrachte er auch die letzten Jahre seines Lebens.
Er malte vorwiegend fantastich-erzählende Motive.

Ladislav Mednyánszky : Holzbrücke, in Beckov, Oel


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