Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 5.1971

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Zur Frage des Wirkens Johann Lukas Kräckers
und seines Kreises in der Slowakei
ANNA PETRO VÁ-PLESKOTOVÁ

Der vor kurzem verflossene 190. Todestag Johann
Lukas Kräckers (1717 — 1779) erinnert abermals
an die Schuld, die die Kunstgeschichte diesem
prominenten Repräsentanten der mitteleuropäi-
schen spätbarocken Malerschule gegenüberträgt.1
Kräcker, der Sprosse einer wiener Bildhauerfamilie,
seinen Vorfahren nach aus Jiřetín (Georgental) in
Böhmen stammend, Autor monumentaler Fresken
und Altarbilder des mährischen, tschechischen und
slowakischen Barocks, war in der Schlussphase
seiner künstlerischen Laufbahn hauptsächlich im
Dienste des Bischofs von Eger, dem grosszügigen

Mäzen Karl Esterhazy tätig. Er hinterliess Werke,
die sich praktisch in allen Ecken und Enden des ehe-
maligen habsburgischen Reiches befinden, ein-
schliesslich in Slowenien, Siebenbürgen und auch im
eigentlichen Österreich. Mit seiner Auffassung, die
auf Umwegen durch Vermittlung der Wiener Schule
und der trogerschen Lektion bis zur Lehre an die
grossen Werke der venezianischen Meister des
Settecento — ja bis Piazetta, Sebastiano Ricci,
Benkovich, Pittoni und dem seiner Kompositionen
nach an den schöpferisch grosszügigen Giovanni
Bapt. Tiepoli reicht, repräsentiert Kräcker mit

I. Johann Lukas Kräcker,
Der hl. Josef,
der Pflegevater,
Tondo am Altaraufsatz
des Altars des hl.
Johann von Nepomuk
in der ehemaligen
M inor itenk i r ehe
in Nižná Šebastová,
um 1754, Öl


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