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Badische Kunst: Jahrbuch d. Vereinigung Heimatliche Kunstpflege, Karlsruhe — 3.1905

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https://doi.org/10.11588/diglit.52694#0017
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II


EMIL LUGO

AUS DEM BREISGAU i8go (ÖLGEMÄLDE)

in Beziehung gebracht. Er war es hauptsächlich, der die Sehnsucht nach Welt- und Kunst-
erkennen in Lugo schürte, der ihn, immer aufs neue drängend, nach dem Mittelpunkt großen
Landschaftsstiles wies, an Fr. Preller den Ältern. Aber auch die andern Seiten seiner künstle-
rischen und menschlichen Ausbildung wurden neben eifrigen Studien vor der Natur, in Wald-
und Wiesenland, in der Ebene und im Schwarzwald, allein und mit dem Freund Thoma
eifrig betrieben und gefördert. Die Musik übte auch in dieser Zeit belebenden und klärenden
Einfluß aus. Bach, Haydn und Mozart, Beethoven und Schubert wurden ihm im Elternhause
vertraut. Die Musiker seines Verkehrs weihten ihn weiterhin in die unerschöpflichen Schätze
der deutschen Musik ein. An ihrem klassischen Stil stärkte und läuterte sich sein eigenes
Stilgefühl. Ihre Seelensprache trug ihn über die Not des Tages, über die Kleinheit der
Verhältnisse, über den Zwang seiner Lebensführung hinaus. Sie hielt sein Herz warm und
offen, das sich in diesen drangvollen Jahren auch den seligen und quälenden Erschütterungen
der Frauenliebe zu erschließen begann.
Schon in dieser Zeit entstanden Werke, die zur Musik tiefe innere Beziehungen hatten, aber
erst in späteren Jahren zu Werken höchster Freiheit und Vollendung ausreifen sollten. Auch
Goethes große Natur und erlauchter Geist traten ihm nahe. Den tapfern Kunstsprüchen Geibels
verdankte er trostvolle Stunden.
 
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