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Badische Kunst: Jahrbuch d. Vereinigung Heimatliche Kunstpflege, Karlsruhe — 3.1905

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https://doi.org/10.11588/diglit.52694#0075
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und begehrte Brückenzoll von dem blonden Waldhexlein. Das aber bog sich flink und
geschmeidig wie eine Bachweide zur Seite, raufte einen Strauß der gelben Blüten vom Boden
auf und hielt ihn abwehrend dem Kecken entgegen.
Wie der das Ziegen-Kätterle nun doch im Wagemut ergreifen wollte, sprangen die Koboldgeister
ihm aus dem Kraut entgegen und warfen ihm eine handvoll Körner ins Gesicht.
Denn die Waldeskinder kennen sich gar wohl und helfen sich auch.
Als der Geselle sich vom Schrecken erholt hatte, da war das Maidle lachend und ungeküßt
entsprungen.
„Rühr mich nicht an! Jungfer!“ rief da der Bursch, „treff ich dich wieder, so kenn’ ich dich besser.“
„Grile, grile Gansel,
Wackel mit dei’m Schwänzel,
Wie is uff der Welt so schön,
Daß de Gäns dun barfuß gehn
Ohne Schtrümp un Hose!
Grila — la — la, Juch!“
klang es ihm noch lange neckisch nach.

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