Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

Page: 20
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/becker1799/0039
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
so

Das Dorf Plauen , welches itzt dem Rathe von Dresden gehört, hatte vor
Zeiten eine Capelle, die von dem Nonnenkloster zu Seusslitz mit einem Pleban
besetzt wurde ; ab er im Jahr 1329 trat die AebtilRn Agatha das Jus patronatus
nebst dem Dresdener Hospital St. Materni dem Rathe und der Stadt Dresden ab,
wovon lieh das Document in Wecks Dresdner Chronik besindet. Im solgenden
Jahrhunderte wurde diese Capelle, vermuthlich von den Hussiten, zerstört. Nach-
dem sie der Rath von Dresden wieder aus gebauet hatte , weihete iie der BischosE
von Meissen, Dietrich IV, mit zwei Altären dem Erzengel Michael und ertheilte
ihr einen vierzigtägigen Ablass.

Oleich hinter dem Dorse zur Rechten, oder hinter dem anmuthigen Gar-
ten, welcher bloss durch die Weisseritz von demfelben getrennt ist, und dessen
herrschaftlich.es Wohngebäude die Aussicht nach dem Thale zu hat, ist der

EINGANG IN DEN FLAUISCHEN GRUND,

So angenehm auch die Ansicht der aus beiden Seiten allmählich ßeigenden
Höhen mit der hintern Wölbung sich macht, wie das Kupferblatt zeigt, auf
welchem die linke Seite von Bäumen gedeckt wird; fo ahnet doch Niemand, der
ununterrichtet dahin kömmt, den malerischen Kelsel und den langen zwifchen
den beiden Gebirgsreihen sich durchwindenden herrlichen Grund. Zur Linken
erblickt man über der Wohnung des Hegereuters die fchon bemerkte Felfenfpitze,
die ihrer Lage wegen eine schönere Zierde als eine Krähenhütte verdiente, ob
diese schon an einem andern Orte, in einer passenden Form, keine zu verwer-
sende Anlage seyn würde. An der linken Seite der Höhe zieht fich ein aus der
Weifseritz geleiteter Mühlgraben hinweg, neben welchem ein Fufsfieig dem
Grunde zusührt; unter der Höhe zur Rechten krümmt sich die Weisseritz her;
und zwischen beiden, doch näher an dieser, läuft der Fahrweg*
loading ...