Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

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begüterte Mitglieder dazu fänden, damit lie schwunghafter gebaut werden
könnte, als es von der kleinen Gesellschaf t, die lie itzt baut, bewerkstelliget
werden kann. Das Freiberger Bergamt, welches im Jahre 1794 eine bergamtliche
Beschauung daselbst hielt, erklärte den Bau für sehr hoffnungsvoll, der von
der Natur zugleich alle Vortheile habe, mit leichtern Kosten betrieben werden
zu können, als es an andern Orten zu bewerkstelligen sey. Bis itzt ist man
ohngefähr hundert Ellen in das Gebirge, welches aus Gneuss belteht, gegen
Mittag hineingegangen , und auch etliche Ellen weit in die Tiefe gedrungen.
Könnte diese Grube schwunghafter gebaut werden, und würde man tiefer in
das Gebirge hinein dringen, so ist nicht ohne Grund zu vermuthen, dass man
auf mehrere edle Gänge stossen würde. Das ganze Gebirge würde dann aus-
geschlossen und der Bau vielleicht reichlich vergolten werden,

Auf der entgegen gesetzten Seite des Tharander Schlossbergs, wenn man
das Granaten- oder Stadtthal verfolgt, lind beide Gebirgsseiten, die dasselbe
bilden, wieder durch verschiedene Schluchten unterbrochen. Verfolgt man den
schönen Spaziergang hinaus, so findet man die zweite erwähnte
*
ANSICHT DER RUINEN VON THARAND
VON DER KLIPPERMÜHLE.
Die Lage dieser Mühle ist überaus angenehm; lie ist mit Bäumen und Büschen
gruppirt, die ihr ein gefälliges Ansehn geben, und bildet, wie das Kupserblatt
zeigt, mit den alten Ruinen und beiden Seitengebirgen eine tressiche Landschaft,
Durch lie wird diese Gegend und Ansicht belebt, und alle Theile derselben
erhalten durch sie erst eine landsehaftliche und malerische Wirkung.
Aus diesem Standpunkte gesehen, liegt der Kienberg den Ruinen zur
Rechten und erstreckt sich bis an eine enge und tiefe Schlucht, die unter dem
Namen des Zeisiggrundes bekannt ist, durch welchen die Strasse nach Grillen-
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