Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

Page: 123
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"Was die Natur diesem merkwürdigen Grunde an reichen Metallen versaßt
hat, ilt ihm durch lehrreichen Bau und äussere Schönheit ersetzt. Wie majeslätisch
und reizend erscheint das Gewinde der beiden Gebirgswände, die wir im vordem
Grunde itzt rückwärts durch wandeln! Wie interessant ilt die
ANSICHT DER GRANITFELSEN NACH DER BRÜCKE
ZU VON DER BUSCHMÜHLE
betrachtet! Es lind die nämlichen Felsen, rückwärts genommen, die der zweite
Prospect mit der Brücke darstellte; aber sie sind es nur halb, und man vermisst so
die liebliche Rundung, welche he bilden. Iiideden macht (ich die Ansicht derselben
mit der Brücke und der Wohnung des Hegereuters in Hintergrunde auch so, wie
lie hier ist, vortreslich; und die Einbildungskraft weiss das Fehlende schon zu
ergänzen. Allein noch lebhafter würde ße dann, wenn auf dem vordem Felsen
wirklich das Wachhaus stünde, was ich beim Eingang dieser Beschreibung ihm
wünsehte, im Fall der Grund das Eigenthum eines Einzigen wäre. Nun denke
man noch die freie Pssanzung an der Lehne des gegenüberliegenden Bergs, wovon
hier im Bilde nur eine Spitze hervortritt, mit ihren auf die Höhe sührenden Wegen
hinzu, nebst einem ländlichen Mühlengebäude /und dem hölzernen Weisseritz-
Stege — wie schön, wie romantisch würde dadurch der ganze Bezirk, der wegen
der Nahe der Stadt eine solche Verschönerung doppelt verdiente.
Vielleicht könnte hier, wie ich schon vornen erwähnt, das kleine Gebäude, was
jenseits der Weisseritz hinter der Mühle lieht, in Geltalt eines freundlichen Fischer-
hauses, das üch gut mit der Mühle gruppirte, zugleich eine Sammlung aller der
mineralogischen Merkwürdigkeiten enthalten, die lieh im ganzen Grunde befinden,
um jeden Freund der Naturgeschichte auf seine Gebirgsarten und alle damit ver-
wandte Gegenüände aufmerksam zu machen. Der Fremde, welcher den Grund
besuchte, könnte hier über alles, was er zu wissen verlangte, über interessante Par-
thien, über Wrege und Merkwürdigkeiten, die ihm nöthige Auskunft erhalten.
Und Jedermann könnte den frohen Genuss dieser schönen Natur und ihrer erhöhten
Reize, zugleich mit einer Belehrung verbinden, die ihm eben so nützlich als
angenehm wäre. v
Man durchwandle nunmehr den Grund in Gedanken noch einmal, und denke
üch jede Verschönerung, die ich ihm wünsehte, als wirklich. Wro wäre der Garten,
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