Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

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was ich äusserte, dem Einwurse vorzubeugen, als ob eine solche Verschönerung,
wie ich sie vorschlug, zu grosse Kosten verlange, und wollte den Freunden der
schönen Natur, die lieh irgend ein Grundstück bei ihrer Wohnung zu verschönern
gedächten, sowohl auf diese seltnere Gattung, als aus den geringeren Aufwand,
dessen sie bedürfte, aufmerksam machen.

All ein es ist Zeit von diesen Gedanken zurückzukommen und die Kunst zu
vergelsen. Wie leicht vergisst man Xie nicht in einer solchen Natur! — Der Traum,
der mir ihre Verschönerung zeigte, wird nie in Erfüllung gehen ; auch hab' ich ihn
nicht in dieser Ablicht verfolgt. Zum Glück kann dieses herrliche Thal der Hülfe
der Kunst entbehrenes ift so erhaben und schön, dass es auch denen gefällt, die lieh
sonst bald aus der freien Natur zurück in ihre städtischen Wohnungen sehnen. Wie
majestätisch und reizend zugleich ist nicht die vordere Gegend, wo wir verweilen!
Neben und hinter uns steile felsige MalTen, doch ohne Wildheit, und vor uns
DAS WEHR MIT DER BRÜCKE UND DER WOHNUNG
DES HEGEREUTERS NACH DRESDEN ZU.
Diess iß das letzte schöne Gemälde, was wir auf unserm Rückweg erblicken.
Es ist gleichsam die Fortsetzung des vorigen. Was dort den Hintergrund machte,
erscheint uns hier näher. Der hinter der Brücke befindliche Berg, ist der nämliche,
welchem das Wachhaus bestimmt war. Die Anlicht dieser Parthie hat einen fremden
Charakter. Der Standpunct, aus welchem sie so erscheint, wird seiten gesucht,
weil er lieh, abwärts vom Wege, zur Linken befindet. Die rauschende Weisseritz,
die hier vom Wehre herabstürzt und dann an dem linken Gebirge sich hin krümmt,
trägt viel zu ihrer Verschönerung bei. Wie reizend liegt die Wohnung des Hege-
reuters am Abhang des Bergs! Wer wünsehte sich nicht zuweilen hier einige Tage in
Buhe zu wohnen, und des Morgens und Abends den schönen Grund zu geniessen,
wo die Strahlen der Sonne nur die Spitzen der Berge beleuchten und keine Hitze
den Wrandelnden drückt! Man darf sich nicht wundern, wenn man hier immer
Spaziergänger trift, die, vonderAnmuth derLage gelockt, diess Haus zum Ruheplatz
suchen, um einige Ersrischungen zu. sich zu nehmen. Oft macht man Gesellschafr,
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