Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

Page: 36
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folgenden, geräumige Ra Ten gärten, in welchen lieh, besonders an Sonn- und
Festtagen die sseissigen Bürger von Dresden mit ihren Weibern und Kindern
von den mühsamen Arbeiten, während der Woche, erholen und bei mässi°-en
Genüssen erfreuen. Es ist gewiss ein Vergnügen mehr , an solchen Tagen vor
diesen Gärten vorüber zu wandeln, und die an Tischen und auf Banken, ver-
theilten Gruppen geputzter und vergnügter Menschen zu sehem
Gleich vorneu, wo man sleh wendet, ist eine schroffe Pari hie von za dach-
ten überhängenden Felsen, die äusserst malerisch ist. Man hat sie als Stein-
bruch benutzt; doch bedient man lieh dieser Felsenart zum Bauen nicht häufiff,
theils weil die Stücke zu eckicht und ungleich brechen, theils weil man den
schönen Pirnaischen Sandsteine mit wohlfeilem Köllen erlangen kann. Auf die-
ser rechten Seite erblickt man nicht seiten einzelne absehüssig liegende Felsen •
mässen, die von der Höhe herabgestürzt ßnd, aber durch ihre Schwere auf
weniger steilen Parthien in der Mitte der Bergwand lieh angelehnt haben, und
vielleicht manchem fürchterlich sch einen«
Vormals, als die Strasse nach Tharant und. anderen Orten, noch nicht durch
diesen Grund geführt war, glich er, der Beschreibung zufolge, einer furchtbaren
Wildniss. Beim Bau der Strasse wurden nachher viele Felsen gesprengt, und
diejenigen, welche die m eilte Gefahr droh et en, vollends herabgestürzt. Freilich
gieng dabei manche merkwürdige Parthie verlohren^ aber die Sicherheit der
untenhin Wandelnden gebot allerdings ein so nöthiges Opfer; und im Ganzen
hat doch gewiss der tiefe Grund durch diese Behandlung unendlich gewonnen,
da söiilt der Genuss in aller Absicht erschwert war.
Eine der merkwürdigsten von diesen hervorragenden, jezt weggebrochenen,
Felsenklippen, war das sogenannte Schweizerbette, kurz vor der zweiten Mühle,
welche den Namen der Königsmühle erhalten, weil sie (im Jahr 1747,) ver-
möge des Pachtcontracts, von den damaligen Mühlenpachter, unter der Re-
gierung des Königs August III., erbauet worden ist. Dieses Schweizerbette, wel-
ches si.cn Zwilchen dem ersten und zweiten daselhst zu Tage aussetzenden Basalt-
gang befand, war eine herüberragende Felsenklippe , die ohngefähr sechs Ellen
hoch, etliche Ellen breit, und oben zwar ssach, doch abschüilig war. Sie
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