Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

Page: 70
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Wie fürchterlich müssen diese Revolutionen gewesen seyn! Aber wie not-
wendig und wohlthätig auch dem Ganzen, zu Verjüngung und Wiederbefruch-
tung einer kraftlosen alternden Erde! Hier von der Spitze dieses Bergs, von
welcher wir jetzt die schrecklichen Spuren jener ausserordentlichen Verwaltung
und Umschaffung betrachten, bemerken wir doch zu gleicher Zeit, dass selbst
aus der Zerstörung wieder ein lichtbarer Nutzen hervorgeht. Die ungeheuren
Wälder, welche die Fluthen hier in die Tiefe geworfen, haben sich in Ma-
gazine von Kohlen verwandelt, die auf mancherlei Weise wichtig und nützlich
geworden; und andre Gewässer haben ße dann vor den Augen der Menschen
entblössen mussen, um lie entdecken und untersuchen zu können. Schon lan^e
liefern uns diese Niederlagen eine Menge von Kohlen, und noch lange hinaus
werden he, zumal bei dem lieh immer mehr vermindernden Holze, eine wich-
tige und fall unentbehrlich gewordene Beihülfe zur Feurung seyn.
Mit Zuverläsiigkeit kann wohl schwerlich dargethan werden, ob alle die
verschiedenen Kohlenllötze, die wir in diesem ganzen Thalbezirke kennen, in
der Tiefe vielleicht mit einander, theilweise, verbunden lind. Wir müITen ße
also wie besondere Niederlagen betrachten, weil ße es, so weit ße untersucht wer-
den können, zu seyn scheinen. Auf der uns gegenüber liegenden Seite befinden
/ich zwei solche Niederlagen von Kohlengebirgen, welche der Sauberg von oben
herein gleichsam in zwei natürliche Reviere scheidet. Die eine Niederlage er-
Jstreckt sich von Pesterwitz bis an den Sauberg hinunter, und fiesieht aus drei
über einander liegenden Flötzen, welche von dem Besitzer des Guths und von
einigen dahießgen Bauern, doch auf verschiedenen Plätzen, gebauet werden.
Hierher ßnd noch die Kohlsdorfer Gruben zu rechnen, wenn anders dieses
Revier, was unten am Sauberge mit jenem beinahe zusammenßösst, nicht eine
besondere Niederlage ausmacht. Die zweite Niederlage fängt an der Höhe des
Saubergs an, und geht in das Thal hinunter, welches der Bach von Zaucke-
rode bildet; ße zieht ßch von der Weisseritz an bis über Döhlen nach Nieder-
hermsdorfs hinter, wo ße ßch endiget. Am Sauberge sicht man, dass ße aus
vier über einander liegenden Flötzen beßeht, die alle gebaut werden. Der
Herr Major von Schönberg, der nicht nur das Ritterguth Döhlen, sondern
auch Zauckerode besitzt, hat den wichtigsien Antheil daran; doch bauen auch
einige Bauern von Zauckerode auf ihrem Bezirke. Zu Hermsdorf aber baut
bloss das Freiberger Bergamt.
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