Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

Page: 75
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möchte. Vielleicht liesse es sich zu Bädern benutzen, und wenn es dann die
vom Schulze behaupteten Wirkungen leistete, so wäre es wichtig genug, um
ein förmliches Bad anzulegen. Eben so käme es auf einen Versuch an, ob
nicht durch das Brennen der Steinkohlen die an einen Orte wüthende Vieh-
seuche verhindert werden könnte, lieh weiter auszubreiten, und ob nicht viel-
leicht das Saufen des erwähnten Kohlenwalsers das Rindvieh vor der tödtlichen
Seuche gänzlich bewahrte. Wenn es wahr ist, dass ein Bauer mit Sauerkraut
und Kalk, womit er seine Kühe fütterte, unter allen Ställen im Dorfe den
seinigen allein vor derselben bewahrte, so wäre es auch möglich, dass ein
anderes ähnliches Mittel, wie dieses, jenes höchst verderbliche Übel vielleicht
gänzlich verbannen könnte. Die Sache ist zu wichtig, um sich auch mehrere
vergebliche Versuche, ein Mittel dagegen zu finden, nicht verdriessen zu lallen.

JT ür manche Spaziergänger, die mir bisher gefolgt lind, habe ich viel-
leicht auf dem vorigen Standpunkt zu lange verweilt; aber auf keinem fand
lieh auch bisher ein so reichhaltiger Stofs, sie auf die grossen innern Merk«
Würdigkeiten der ganzen umliegenden Gegend aufmerksam zu machen; und
diejenigen, welche sich in der Natur auch gern mit Denken beschäfLigen, hoffe
ich durch jene gedrungene Darsteilung nicht ermüdet zu haben.
Man kann nun entweder über den Rücken des Bergs hinweg bis zu jenem
zuletzt erwähnten kleinen Gebäude gelangen, oder man kehrt auf dem näm-
lichen Wege wieder zurück, und gelangt dann wieder hinab in das Dorf.
Hier schleicht sich hinter demselben, zur linken, ehe man über die Weisseritz
geht, ein schmaler Weg ganz dicht an dem Felsen hinweg, der ziemlich schroff
ist. Man fühlt sich da so einsam, so heimlich in der Nähe des WalTers, und ist
doch nur durch eine Entfernung von wenig Schritten vom Dorfe geschieden.
Auch mangelt es nicht an Gesträuch und Bäumen. Besonders freut der Sitz in
dem Felsen, wo das Plätschern des WalTers ein unterhaltendes Spiel für Augen
und Ohren gewährt. Verfolgt man diesen gefälligen Weg , so kömmt man an
eine Gruppe von hohen und schönen Birken, bei welchen die
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