Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

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in fünf Güther vertheilt sind. Auf dem einen derselben lebt noch ein Ankömm-
ling, im siebenten Gliede, von ihm. Sein Guth soll unter allen Güthern, die
unter dem Dresdner Amte slehen, das einzige seyn, was von einer und eben-
derselben Familie in einer so langen Reihe von Iahren ununterbrochen beselsen
worden.

So wie man das Dorf Potschappel im Rücken hat, erblicht man gerade vor
lieh am Wege die rothe Mühle und Schenke, die zu Döhlen gehören. Döhlen
selbst bleibt zur Rechten in ziemlicher Entfernung liegen, und die Flächen zu
beiden Seiten füllen fruchtbare Felder aus. Die Hügel, die sich vom Burg*
wartsberge hinauf ziehen und nur durch sanfte Schwingungen mit einander
verbunden sind, haben ein gefälliges Ansehn, weil sie bis über die Hälste hin-
auf mit Feldern bebaut sind. Am Wege selbst aber erregt die Döhlener Wasser-
kunst die meisle Aufmerksamkeit des Beobachters. Das Gebäude an der Weisse-
ritz enthält das Kunstrad. Von diesem laufen, schrag über die Wie Pen hin, die
auf Säulen und Rollen liegenden Kunstgestänge nach dem am Hügel befindlichen
Kunßschaft, in welchem zwei Röhren hinab gehen, deren jede seebszig Ellen
hoch und aus mehrern Röhren zusammengesetzt ist. Durch diese wird das häu-
fige im KohlenPchachte lieh sammlende Wasser herausgepumpt. Die Pumpen-
Itangen hangen an den Kunstgeltängen, welche, durch das Kunstrad in Bewe-
gung gesetzt, die Pumpen ziehen. Durch diese Maschine ist es möglich, die
Kohlen aus der Tiefe zu gewinnen, und ungeachtet des Wassers fortzuarbeiten*
Vormals, ehe man in der Mechanik so grosse FortPchritte gemacht hatte, hät-
ten Polche Unternehmungen ganz unterbleiben müssen , weil der Kohlengewinn
zur Bezahlung der Walserknechte, die das Wasser in den Bergwerken bis zu
Tage herauspumpen muPsten, keineswegs zugelangt haben würde.
Zur Linken, hinter dem PotPchappler Berge besinden sleh die Kohlengruben
von Burg und auf der Höhe das Dorf, eigentlich Grossburg genannt, delTen
Häuser zerstreut ans einander liegen. Weiter hinauf liegt Kleinburg, und fa/t
in gleicher Richtung, zur Linken, das Dörfchen Zschiedche, dessen Einwohner
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