Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

Page: 85
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/becker1799/0122
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
I
i— 85 —
malerisoh abschneidet, so dass man nun, je weiter man kömmt, anftatt
das schöne Thal geschlossen zu sinden, vermitteilt der Schlucht zwischen den
Bergen, den Eingang zu einem neuen engeren Thale gewahr wird, und gleich
hinter Hainsbach vor lieh geöfsnet lieht. Gleich zur Rechten zeigt sich eine
interessante Parthie,
DAS RIESENBETTE
genannt, bekannter jedoch unter der Benennung des Backofens. Der erstere
Name hat iich wahrsch ein lieh noch von einer beinahe vergessenen Sage erhalten,
nach welcher auf der hier im Bilde nicht sichtbaren Höhe des Bergs ein Raub-
schloss gestanden, von welchem jedoch, seit undenklichen Zeiten, nichts mehr
vorhanden ist. Der zweite gewöhnlichere Name mag vermuthlich von der
äussern Form der kleinen Röhre herrühren, die man an der Ecke des Gebirges
bemerkt, und etwas grösser gewesen ist, bevor man, wegen der dicht darunter
angelegten Strasse, etwas von dem hervorgehenden Gebirge weggefprengt hat.
Das Ganze, wie man es hier aus dem Kupferblatte erblickt, macht ein ange-
nehmes, romantisches Bild, was zugleich den Charakter des Ländlichen trägt.
Doch ehe ich den Weg an dieser Höhle hinweg versolge, und die Gebirge
aus beiden Seiten berühre, mufs ich zuvor einen Blick aus die gegenüber be-
sindliche Gegend richten, wozu die Weifseritz eine nahe Veranlasfung giebt*
Nicht weit von der hier geschilderten Gegend wird die Weifseritz, wie sie,
ohne ein Beiwort, bis hieher genannt wird, durch die Vereinigung zweier
Waldbäche gebildet, wovon der eine, der aus dem Gebirge zur Linken herab
sällt, die wilde Weifseritz heifst, und der andere, welcher von Tharand
herein kömmt, den Namen der rothen Weisseritz sührt.
Das Thal, aus welchem die wilde Weisseritz ssiefst, ift arg und wild.
Ohngefähr einige tausend Schritte weit geht die Richtung delfelben anfangs
nach Süden hinaus, dann aber wendet es fich auf einmal gegen Welten. Der
Waldbach, welchen man bis dorthin zur Rechten behält, verfperrt nun, weil
er an diese Seite anfiöfst, den Weg für die Fussgänger; der Fahrweg hingegen
führt durch das Wafser hinüber auf die andere Seite. Das Thal ift tief und fo
y
loading ...