Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

Page: 100
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Bürgern noch g;rössem Nutzen verschafsen wird. Der blosse Micllizinnss der Bade-
eäste ist schon an hch ein Gewinn, der solciien Häuserbesitzern, welche Ouar-
ticre vermiethen können, ehemals abgieng; übrigens weiss man ja wohl, wie
immer ein Nahrun ^szweiss dem andern die Hand bietet und so das Ganze dabei
gewinnt. Die zwei mineralischen Quellen, die beide durch Röhren in das neu
errichtete Badehaus geleitet worden sind, befinden sich, so wie das letztere,
auf der Weisseritz-Seite der Stadt. Die eine der Quellen liegt zwischen dem
Schlossteich und der sogenannten Steinwiese, und die andere in der Gegend der
obern Bretmühle nicht weit von der Weisseritz. Die nächste derselben, di©
man nun den Sidonienquell benannt hat, ist mit einem artigen Gebäude über-
baut. Überhaupt muss man dem Herrn Amtschirurgus Butter, dessen medi-
zinische Kenntnissc von Vielen geschätzt werden, zum Ruhme nachsagen, tlass
er sowohl in Ab sicht der Bäder als auch in Ansehung des Äusserlichen alles
gelhan hat, was seine Kräfte gematteten, und zwar in einem Zeitpunkte, wo.
er des guten Erfolgs , den die Einrichtung des Bades bisher gehabt hat, noch
ungewiss war. Auch hat er die sogenannte Steinwiese, die ihm des errichteten
Bades wegen gegen einen gewilsen Grundzinnss vererbt wurde, grösstentheils
dem Vergnügen der Badegälle gewidmet, und mehrere Gänge auf derselben ge-
zogen, die sowohl mit Fruchtbäumen als andern Bäumen besetzt sind, Werden
diese einst e;rösser geworden und die Wege mehr beschattet seyn, so wird diese
Wiese gewiss in der Folge ein noch angenehmerer Spaziergang werden. An der
äussern Spitze derselben ilt eine kleine mit Gesträuchen umpslanzte Hütte gebaut,
deren Äusseres und Inneres die Wohnung eines Holzhauers bezeichnet nnd dio
jedem Spaziergänger ossen sleht» Ganz nahe am vordem Eingang hat aber Her*
Butter nun auch einen geräumigen Pavillon errichtet, der zu Bällen und
crossen Versammlungen der Badegäste und anderer Besuchenden bestimmt ist,
und auch von einzelnen Gesellschasten zum Speisen und gesellschaftlichen Ver-
enüssen bedungen werden kann. Neben der Wiese fliesset die Weisseritz vorbei;
doch bleibt dazwischen noch immer ein angenehmer Spaziergang übrig. Über-
haupt ist Tharand an solchen Parthien bei weitem nicht so arm, als seine von
Heilen Bergen beschränkte Lage vermuthen lässt.
Allein die anmuthigen Anlagen aus den beiden bewachsnen Gebirgsseiten, ditf
(tit einigen Jahren der ernsten Natur umher gleichsam, abgeschmeichelt worden^
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