Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Hrsg.]; Pursh, Frederick [Hrsg.]; Block, Ludwig Heinrich von [Hrsg.]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

Seite: 38
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DRITTER ABSCHNITT,
Die Urgebirge bis Tharand.

G n e u s 5«.
Von dem Backofen an wendet sleh der Plauische Grund, welcher bisher süd-
westlich durch das Flötzgebirge gieng und ein breites Thal machte, ganz nach
Welten, geht wieder als enger tiefer Grund in gerader Richtung bis Tharand,
und hat nunmehro, von dem Hirschberge an bis an diese Stadt, den Gneuss zu
seinem Seitengebirge.
In dem Grunde hinauf ist der Gneuss dünnschiefrig, mit vielem rauch Tauen
Glimmer, und weniger graulichweissem Feldspathe, aber mit noch weniger grau-
lichweissem Quarze gemengt. In Tharand selbst besonders am Schlossberge wird
er durch den überhandnehmenden Feldspath dickschiefrig und knospig. Da das
ganze Gebirge den Grund hinauf mit Holz bewachsen ist, kann man keine aus-
streichende Gänge in ihm wahrnehmen und selbst an den Klippen bei Tharand
sind mir keine zu Gelichte gekommen , ob es gleich lehr wahrscheinlich ist, da Ts es,
wie nach Freiberg hinauf damit durch setzt werde. Ehedem erinnere ich mich
einen slehenden Gang aus dem Schlossberge gesehen zu haben, der ein paar Zoll
mächtig war und. aus Feldspath bestand; itzt aber ist die Stelle durch die neue
Planirung mit verschüttet worden.
Von der Höhe bei Gross-Opitsch und Weissig, nach Tharand zu, liegt auf dem
Gneussgebirge ein Lager Geschiebe von mancherlei Steinarten, unter welchen lieh
auch zuweilen röthlichweisser splittericher Quarz mitunter befindet, der bald in
das rosenrothe und sseischrothe Stellen weise übergeht, und in schaalige abgesonderte
Stücke zerspringt. Diese Geschiebe smd unstreitig von dem Conglomeratgebirge
übrig geblieben und auf diese Höhe verbreitet worden, nachdem die WaiTerssuthen
jene Tiese damit ausgefüllt hatten. Auf der Höhe gedachter Dörfer, smd lie, so
wie das Conglomeratgebirge selbst, mit einem Sandsteinlager, wovon schon im
eilten Abschnitte Erwähnung geschehen ist, wieder bedeckt worden. In Tharand
streicht der Gneuss von Süden nach Norden zu aus dem wilden Weisseritzthale
zwischen dem Schloss- und Kieberg hinüber und durch die Mitte des Stadtthals
nach dem Kalkofen hinauf, an das sich auf dieWestseite ansetzende Porphyrgebirge,
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