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Altertumsverein zu Wien [Editor]
Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereines zu Wien — 5.1861

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Vortrag des Präsident-Stellvertreters Joseph Feil über den Fortgang der Vereins-Publicationen
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https://doi.org/10.11588/diglit.68343#0016
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(Beilage III.)

VORTRAG
DES PRÄSIDENT-STELLVERTRETERS DES VEREINES
JOSEPH FEIL
ÜBER DEN FORTGANG DER VEREINS-PUBLICATIONEN
VORGELESEN
IN DER GENERAL-VERSAMMLUNG AM XXII. DECEMBER MDCCCLX.

Meine Herren!
Indem von heute ab die zweite Abtheilung des II. Bandes unserer „Berichte und Mittheilungen“
in Ihre Hände gelangt, trägt der Ausschuss dadurch eine schon seit Jahren in Verschreibung gestan-
dene Schuld an die verehrten Mitglieder des Alterthums-Vereines ab.
Der Schluss des ersten Heftes dieses Bandes hatte nämlich den Anfang eines umständlicheren
Aufsatzes über die Geschichte von Egenburg im V. 0. M. B. und die Schilderung der alterthümlichen
Denkwürdigkeiten dieses einst viel bedeutenderen Städtchens gebracht, welchem eine Übersicht der
Literatur über den, der Ausbeutung für gründliche archäologische Forschungen noch ein weites Feld
darbietenden Kreis ob dem Manhartsberge vorangeschickt wurde. Der ursprünglichen Absicht gemäss
sollte der Schluss der Literatur und der besondere Aufsatz über Egenburg und das nahe gelegene
uralte Chünring, mit den Resten des Stammsitzes eines der berühmtesten Dynasten - Geschlechter,
in rascher Folge sich anschliessen. Das Materiale war bereits vollständig aufgesammelt, die Holzschnitte
und Steindrucktafeln dazu bereits angefertiget, und die Fortsetzung des Druckes hatte bereits begonnen.
Da wurde auf einmal die Kunde laut, welcher bald die traurige Bestätigung folgte, dass die Stadt
Egenburg am 7. Juni 1858 von einem verheerenden Brandunglücke heimgesucht wurde, eben 50 Jahre,
seitdem das Städtchen gleichfalls zum grossen Theilc ein Raub der Flammen geworden war.
So manches aber wurde bei diesem bedauerlichen Vorfälle leider zerstört und späterhin umge-
staltet, was in einer gewissenhaften Schilderung nicht umgangen werden konnte. Dieser Umstand, der
durch den ungenügenden Erfolg eines bloss brieflichen Verkehres nicht ausgeglichen werden konnte,
und die Förderlichkeit einer Schluss - Revision an Ort und Stelle, um die letzte Feile an den bereits
ausgearbeiteten Aufsatz anlegen zu können, machte aber den nochmaligen Besuch von Egenburg dem
Verfasser zur unabweisbaren Nothwendigkeit. Der Erfüllung dieser Aufgabe hatten sich ihm aber bis-
her, wie fast verhängnissvoll, Hindernisse entgegengestellt, deren sofortige Beseitigung äusser dem
 
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