Die Bewegung: Zeitung d. dt. Studenten — 10

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Der ReichsstudentenfUhrer gab die Richtlinien für die Winterarbeit

Rerichsstudenfenführer Gauleiter Dr. Scheel
hatte für den 6.—9. Dezember 1942 die Gau-
studentenführer und Gau-ANSt.-Referentinnen
und die Mitglieder der Reichsstudentenführung
zu einer Arbeitstagung nach Salzburg zusam-
mengerufen. Die Besprechungen dienten der
• Ausrichtung des studentischen Führerkorps auf
die Aufgaben des Wintersemesters.

Am 6. Dezember wurde die Tagung mit einem
Musikabend der Gaustudentenführung Salzburg
eröffnet. Für die ANSt.-Referentinnen fand diese
Veranstaltung in Mozarts Wohnhaus und für
die Studentenführer im Festsaal des Salzburger
Studentenhauses Fischer von Erlach statt. Zu
Beginn- begrüßte der Gaustudentenführer Salz-
burg, Reichsamtsleiter Dr. Heinz W o 1 f f, die
zur Tagung erschienenen Kameraden und Kame-
radinnen auf das herzlichste und gab einen Über-
blick über die studentische Erziehungsarbeit in
Salzburg. Dann warteten die Studenten und
Studentinnen der Reichshochschule für Musik
Mozarteum mit einem stilvollen und leistungs-
mäßig großartigen musikalischen Abend auf.
Besonders fiel die 15jährige Studentin des Mo-
zarteums Else Auernigg auf, eine virtu-
ose Geigerin, die das Air von Bach und La
Folia von Corelli meisterhaft spielte.

Eröffnung der Besprechungen

Am Montag, den 7. Dezember, eröffnete
Reichsstudentenführer Gauleiter Dr. Scheel
die Tagung der Gaustudentenführer und ,G_au-
ANSt.-Referentinnen im Rittersaal der Salzbur-
ger Residenz. Er gab dem studentischen Füh-
rerkorps hierbei nach einem Uberblick über die
gewaltigen Leistungen des Studententums ins-
besonders im Kriege und über die Entwicklung
der gesamten studentischen Arbeit die Marsch-
route für eine noch geschlossenere Gestaltung
des studentischen Lebens. Hier wird die nun-
mehr in Kraft getretene Kameradschaftsord-
nung des NSD.-Studentenbundes entscheidend
mitwirken. Der deutsche Student war Pionier
auf vielen politischen und sozialen Gebieten
und hat sich oft unvergeßlich in das Buch der
deutschen Geschichte eingeschrieben. Dies ver-

pflichtet jedoch nur zu weiterer Arbeit und
zu weiterem Einsatz für das deutsche Volk.
Der deutsche Student und die deutsche Stu-
dentin sollen als treue Gefolgsmänner unseres
Führers stets ihre ganze Persönlichkeit für die
Lösung der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit
einsetzen. Der deutsche Student soll in Hal-
tung und Leistung ein „Ritter ohne Furcht und
Tadel" sein.

Auf der Gaustudentenführertagung ergriff
dann der Leiter des Studentischen Kulturaus-
schusses, Amtsleiter Dr. B ä h r , das Wort
über internationale Schrifttumsbeziehungen
der studentischen Jugend.

Am Nachmittag sprach der Stabsführer der
Reichsstudentenführung, Parteigenosse Rudolf
Thomas, über die praktischen Führungsauf-
gaben im NSD.-Studentenbund. Hieran schloß
sich eine- eingehende Aussprache insbesondere
über die neue Kameradschaftsordnung und über
den Stand der Kameradschaftserziehung an,
Als besonders wesentlich wurde auch die Lage
der Kameradschaften an den Fachschulen und
Kunsthochschulen behandelt.

Auf der Besprechung der Gau-ANSt.-Refe-
rentinnen gab am Vormittag die Reichs-ANSt.-
Referentin und Leiterin des Amtes Studentin-
nen der Reichsstudentenführung, Dr. Anna
D a m m e r , einen Abriß über Aufgaben und
Zielsetzung der Studentinnenarbeit. Am Nach-
mittag ergriff der bevollmächtigte Vertreter
des Reichsstudentenführers im Kriege, Bereichs-
leiter Dr. Gmelin, das Wort zu eingehen-
den Ausführungen über Erziehungsfragen. Fer-
ner sprachen die Abteilungsleiterin Dr. Marie-
Luise H i 1 g e r über Aufbau und Zielsetzung
der'Vorstudienausbildung für Frauen, die Ab-
teilungsleiterin Mathilde Betz über Soldaten-
betreaung der Studentinnen und die Gau-
ANSt.-Referentin von Steiermark, Herma Hall-
ecker, über Studentinneneinsatz in der
Südsteiermark.

Der Abend des ersten Arbeitstages wurde
mit einem gemeinsamen Besuch einer Auffüh-
rung „Der Biberpelz" von Gerhart Haupt-
mann im Salzburger Landestheater beschlossen.

Allgemeine Jugend- und Studentenerziehung

Auf der gemeinsamen Besprechung der Gau-
ANSt.-Referentinnen und ' Gäustudentenführer
am Dienstag, den 8. Dezember, früh, machte der
bevollmächtigte Vertreter des Reichsstudenten-
tührers im Kriege und Leiter des Lange-
marck-Studiums, Bereichsleiter Dr. Gmelin,
Ausführungen über Fragen und Aufgaben der
filigemeinen Jugend- und Studentenerziehung.
Daran schloß sich ein Bericht und eine Aus-
sprache über das Langemarck-Studium der
Reichsstudentenführung an.

Der Leiter des Amtes Presse und Propaganda
der Reichsstudentenführung und Hauptschrift-
leiter der- „Bewegung", Reichsamtsleiter Dr.
Heinz W o 1 f f, erläuterte die Aufgaben der
studentischen Presse, die Propaganda des Stu-
dentenbundes und das studentische Redner-,
Rundfunk- und Filmwesen. Er konnte bei die-
ser Gelegenheit besonders eindrucksvolle Zah-
len der diesjährigen Presse- und Propaganda-
aibeit bekanntgeben.

Der gf. Leiter des Sozialpolitischen Amtes
und Leiter des Soldatendienstes der Reichs-
studentenführung, Dr. Reise, erörterte die
wichtigen Fragen und Aufgaben der Soldaten-
betreuung.

Am Nachmittag wurden dann sämtliche wich-
tigen Einzelaufgaben der studentischen Arbeit
eingehend besprochen.

Besprechung
der Gau-ANSt.-Referentinnen

Vor den Studentinnen sprach am Vormittag
die Abteilungsleiterin .Herta Miedzinski
über Frauendienst — die Wehrerziehung der
Studentinnen! Am Nachmittag berichtete die
Gau-ANSt.-Referentin Sudetenland, Irmgard
Brosch-, über Stützpunkthilfe im Protektorat
und die Studentenreferentin des Ostbeauftrag-
ten der Reichsstudentenführung, Rosemarie
E b e n ö g , über Einsätze im Warthegau. An-
schließend behandelte die Reichs-ANSt.-Refe-
rentin Dr. Anna D a m m e r die Frage der Hoch-
schulgemeinschaft deutscher Frauen.

Am Spätnachmittag hatte der Reichsstuden-
tenführer Gauleiter Dr. Scheel die Teilneh-
mer und Teilnehmerinnen der Tagung zu einer
Teestunde in die Residenz eingeladen. Die Ver-
anstaltung wurde von Salzburger Volksliedern,
vorgetragen von Studentinnen der Reichsmusik-
hochschule unter Leitung der Gau-ANSt.-Refe-
rentin Salzburg, Emmi W i e r e r ,-umrahmt.

Am Abend des zweiten Arbeitstages wurde
im Kaisersaal der Residenz der Dokumentarfilm
des Dresdner und Berliner Studenten- und
Frontkämpfertreffens aufgeführt. Der Film gibt
ein eindrucksvolles Bild dieser wichtigsten und
entscheidenden Tagung des Jahres 1942. Es
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schlössen sich daran der Kulturfilm „Salz-
burger Dorfmusik" und die Deutsche

Wochenschau.

Zu Beginn des letzten Tages der Dienst-
besprechungen sprach die Reichs-ANSt.-Refe-
rentin und Leiterin des Amtes Studentinnen
der Reichsstudentenführung, Dr. Anna Dam-

mer, über die Aufgaben und die Arbeit der
ANSt. Sie verabschiedete sich gleichzeitig hier-
mit von ihrem Amt, das sie trotz ihrer Ver^
heir^tung auf Wunsch des Reichsstudentenfüh-
rers noch fast ein 'Jahr beibehalten hatte.
Reichsstudentenführer Dr. Scheel dankte der
Kameradin Da mm er für ihre sechsjährige
unermüdliche Arbeit und Schaffenskraft in der
politischen un,d fraulichen Erziehung der deut-
schen Studentin und gab seiner Freude darüber
Ausdruck, daß sie auch weiterhin als Leiterin
der Hochschulgemeinschaft deutscher Frauen
der studentischen Arbeit erhalten bleiben wird.
Er führte anschließend die Abteilungsleiterin
Herta Miedzinski als geschäftsführende
Leiterin des Amtes Studentinnen in ihr Amt ein.

Der Vormittag der Gaustudentenführertagung
war mit Kurzreferenten des Stellvertretenden
Amtschefs des NS.-Altherrenbundes, Dr. P a 11-
m a n n, des k. Leiters des A)4ßenamts, Dr. Hey
mann, des' gf. Leiters des Amtes Fachschulen,
Ingenieur Seidel, des Baubeauftragten des
Reichsstudentenführers, Gaustudente'nführers
Starke, des Reichsfachgruppenleiters Bilden
und Bauen, Gaustudentenführer B a 1 o n , des
gf. Leiters des Amtes Körperliche Ertüchtigung,
Kamerad Schröder, und des k. Reichskassen-
verwalters, Oberabschnittsleiter S c h w es-
Singer, ausgefüllt.

Abschließend sprach dann "der Reichsreferent
für volk'spolitische Fragen, Amtsleiter Dr.
Streit, über die Pläne des Studententums in
der volkspolitischen Arbeit und die anschlie-
ßende volkspolitische Tagung.

Vor den Studentinnen sprach Dr. Streit
gleichfalls über die volkspolitische Arbeit.
Weiterhin wurden hier wichtige Fragen in ein-
gehender Aussprache behandelt.

Steigerung der Leistungen

Reichsstudentenführer Dr. Scheel beschloß
diese erfolgreiche Arbeitstagung der Gau-
studentenführer und Gau-ANSt.-Referentinnen
mit einer Ansprache, Er nahm hierbei Gelegen-
heit, den um die Arbeit des Studententums be-
sonders verdienten k. Reichskassenverwalter
Oberabschnitteleiter Schwessinger, in
Anerkennung seiner Arbeit mit dem Silbernen
Ehrenzeichen des NSD.-Studentenbundes aus-
zuzeichnen. Der Reichsstudentenführer führte
aus, daß nach eingehender Aussprache festge-
stellt werden kann, daß die studentische Ar-
beit auch im vierten Kriegsjahre entschlossen
und zielbewußt weiter vorangetragen wird, und
daß sich die Erfolge der einzelnen wichtigen
Arbeitsgebiete, insbesondere des Langemardk-
Studiums, noch gewaltig steigern werden.

—ref.

Arbeitstagung
des volkspolitischen Reichsreferates

Je weiter der Krieg fortschreitet und je weiter
der Machtbereich des Reiches ausgedehnt wird,
um so mehr steigern sich auch die Aufgaben,
die auf dem Gebiet der Volkstumspolitik zu
bewältigen sind. Die gesamte Durchführung der
Umsiedlung stellte hierbei nur einen Auftakt
in der Reihe der volkspolitischen Probleme dar,
die im Verlauf des Krieges gemeistert werden
mußten. Viel gewaltiger ist die Notwendigkeit,
die in den Bereich des Reiches getretenen ver-
wandten und fremden Volkstümer zu lenken.
Die Reichsstudentenführung ihrerseits ist an
dieser Ausweitung der volkspolitischen Reichs-
aufgaben selbstverständlich nicht vorüber-
gegangen und hat auf ihrem Arbeitsgebiet dem
neuen Tatbestand Rechnung getragen. So kam
es zu der Schaffung des Volkspolitischen
Reichsreferates, das sich aus der Volks-
tumsabteilung der Reichsstudentenführung ent-
wickelte. Das deutsche Studenteritum setzte
damit seine alte Vorkämpfertradition im Kampf
um die deutsche Volkwerdung fort. Das neue
Reichsreferat umfaßt nämlich nach dem Willen
des Reichsstudentenführers nicht nur die be-
sondere Aufgabe der Führung der Volksdeut-
schen Studenten oder der volkspolitischen Er-
ziehungsarbeit an den reichsäeutschen Studen-
ten, sondern jeden volkspolitischen Auftrag, der
der Reichsstudentenführung erwächst, gleich
ob es der Westen oder Osten, der Norden oder
Süden ist. j

Ausrichtung der Einzelkräfte

Um die Einzelkräfte, die bei dieser Arbeit
bisher tätig waren, zu einer neuen kraftvollen
Zusammenarbeit zu vereinen, fand im Anschluß
an die Tagung der Gaustudentenführer am 10.
und 11. Dezember 1942 in Salzburg die erste
Arbeitstagung 'des Volkspoliti-
schen Reichsreferats statt. Die At-
mosphäre, die die Salzburger Residenz aus-
strahlte und die Gastlichkeit des Reichsstuden-
tenführers und Gauleiters Dr. G. A. Scheel ver-
liehen der Tagufig von Anbeginn an eine herz-
liche Kameradschaftlichkeit des Zusammenseins
und der Zusammenarbeit, die das Näherrücken
der mannigfaltigen volkspolitischen Einzelgän-
ger schnell herbeiführte!

An der Tagung, die unter Leitung des Volks-
politischen Reichsreferenten, ^-Standarten-
führer Dr. St r e i t, stattfand, nahmen die Sach-
bearbeiter des Volkspolitischen Reichsrefera-
tes, die Amtschefs der Reichsstudentenführung",
die Gebietsbeauftragten der besetzten und
neuen Reichsgebiete und die Landesstudenten-
führer teil. Die zuständigen volkspolitischen
Dienststellen hatten es sich nicht nehmen las-
sen^ ihre Amtschefs und Vertreter zu dieser
Tagung zu entsenden, da die wichtige Aufgabe,
die die Reichsstudentenführung auf dem volks-
politischen Gebiet zu erfüllen hat, auch von
ihnen voll gewertei und in jeder Weise unter-
stützt wird. So bedingt allein schori der Kreis
der Teilnehmer an dieser Tagung eine außer-
ordentliche Höhe des Niveaus, so daß man ge-
neigt ist, wohl von einer studentischen, weni-
ger aber von einer Studententagung im übli-
chen Sinne zu sprechen.

^-Standartenführer Dr. Streit eröffnete
die Tagung mit einer Darstellung der Ziel-
setzung des neugeschaffenen Volkspolitischen
Reichsreferats und umriß die Aufgabe dieser
Tagung selbst. Ohne ' auf Einzelheiten einzu-
gehen, brachte er zum Ausdruck, daß keines-
wegs beabsichtigt sei, paragraphenmäßige
Starre und Einengung in die Lebendigkeit der
studentischen volkspolitischen Arbeit zu brin-
gen, sondern daß die Dynamik und die Viel-
fältigkeit der Arbeit durch die Neuordnung
neue Impulse und eine feste Grundlage erhal-
ten solle. Sodann sprach Dr. Halm vom
Reichsministerium für Volksaufklärung und
Propaganda über die Bedeutung, die das Mini-
sterium der Volkstumspropaganda beimißt. Die
Reichsstudentenführung müsse alles daran-
setzen, um aus ihrer Erziehungsgemeinschaft
immer wieder neue Propagandisten und Pre-
diger für die deutsche und germanische Volk-
werdung zu gewinnen, sei es bezüglich des
Binnendeutschtums, der deutschen Umsiedler,
der deutschen Volksgruppen oder der stamm-
verwandten Volkstümer. Mit ^-Standarten-
führer Dr. Eh'lich sprach ein besonders Be-
rufener zu den Problemen, die dem deutschen
Volke mit der Ausweitung des deutschen Le-
bensraumes und bedingt durch das Zusammen-
leben mit fremden Volkstümern erwachsen

sind. Wenn er als oberste Richtlinie (jie Reia-
erhaltung und Stärkung des deutschen Blute*
forderte, so sprach daraus der unbedingte
Wille, mit allen Mitteln für die Substanzerhal-
tung und Substanzerweiterung des deutscher
Volksbodens Sorge zu tragen.

In gedanklicher Fortführung dieser Darstel-
lung ging ^-Hauptsturmführer Dr. Pet-
schauer auf die neugeschaffenen organisa-
torischen Voraussetzungen ein, die mit Bil-
dung des Hauptamtes für Volkstumsfragen der
NSDAP, gegeben sind. Als ein Mann, der
selbst jahrelang im praktischen Volkstums-
kampf gestanden hat; waren' seine Worte nicht
leeres organisatorisches Schildern, vielmehr
atmeten sie Geist und Seele aus. Im Auftrage
der Volksdeutschen Mittelstelle wandte sich
als nächster Sprecher der k. Bundesgeschäfts-
führer des Volksbundes für das Deutschtum im
Auslande an die aufmerksam zuhörenden und
mitarbeitenden Tagungsteilnehmer. Aus seinen
Worten fühlte man wie bei den übrigen Red-
nern vor allem das Gemüt und. spürte man das
Herz, das für die volkspolitische Sendung des
Reiches und des deutschen Volkes schlägt. Dr.
H i 11 e b r a n d wies nicht nur auf die Gefah-
ren hin, die uns auf dem Wege zur wirklichen
Volkswerdung bedrohen, sondern begeisterte
geradezu aufs neue zum Einsatz für diese Auf-
gabe. ^Obersturmbannführer Kopischke
von der germanischen Leitstelle ließ das Bild
des zukünftigen germanischen Reiches vor den
Augen ider Zuhörer erstehen und zeigte den
Weg auf, den die germanischen Völker selbst
zu diesem Ziele einschlagen.

Dr. Scheei vor den Teilnehmern

Den Höhepunkt der Vortragsreihe des ersten
Tages bildete die Ansprache des Reichsstuden-
tenführers, Gauleiter und Reichsstatthalter Dr.
G. A. Scheel.Es ist für das deutsche Studen-
tentum gewiß etwas Besonders, einen Reichs-
studentenführer zu besitzen, der vom Führer
zur hohen Berufung als Gauleiter und Reichs-
statthalter auserlesen wurde. Aber für die
Tagungsteilnehmer war es ein Erlebnis zu
hören, wie der Reichsstudentenführer und Gau-
leiter seine gesamte Aufgabe und Verant-
wortung unter dem großen völkischen Gesichts-
punkt betrachtet. Der Reichsstudentenführer
ging von den Verdiensten aus, die sich das
deutsche Studententum von jeher um die Ver-
wirklichung eines starken und einigen deut-
schen Volkes und Reiches erworben hat. Auf
der anderen Seite jedoch betonte er, u*ß er aus
diesen Verdiensten keine Legitimation für
einen; Anspruch am 'Mitgestalten der heutigen
volkspoliti:,c!ic:i rVoblcme erb.ljcke.Das deutsche
Stüdententum habe überhaupt keine Ansprüche
zu stellen, sondern habe sich nur uneigen-
nützig in den Dienst am großen Werke einzu-
ordnen, wenn es sich auch zutiefst innerlich
dazu berufen fühle, voranzugehen, um die vom
Führer gewiesene^ Zielsetzung zu erreichen.

Nachmittags vereinte eine Teestunde auf
Einladung des Gauleiters und Reichsstudenten-
führers die Teilnehmer der Tagung in de»
Räumen der Residenz zu einer aufgelockerten
Plauderstunde, die durch das Singen Salzburger
Heimatlieder von der Singgruppe der ANSt.-
Mozarteum unter Leitung der Gau-ANSt.Refe-
rentin Emmi W i e r e r einen besonders war-
men Klang erhielt.

Erziehung der verdeutschen Studenten

Nach einem gemeinsamen Abendessen setz-
ten sich die Teilnehmer wieder zur Arbeit zu-
sammen und verfolgten die Berichte der Lan-
desstudentenführer und Gebietsbeauftragten
der Reichsstudentenführung, die die Grundlage
abgaben, für die am zweiten Tage sattfindende
eigentliche Arbeitstagung. Hierzu war viel
Vorarbeit geleistet worden, so daß eine Frage
nach der anderen aufgerollt werden konnte.
Zunächst standen die Probleme der Volksdeut-
schen Studenten im Reich und in den Volks-
gruppen zur Diskussion. Die Ämter der Reichs-
studentenführung werden sich hier bemühen,
alle gemeinsam zu einer Vertiefung der Er-
ziehungsaufgaben an den Volksdeutschen Stu-
denten beizutragen. Die Themen über Nach-
wuchsförderung, Langemarck-Studium, volks-
wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften und
volkspolitische Einsätze reihten sich anein-
ander. So oft auch zunächst große Meinungs-
verschiedenheiten zutage traten, konnte jedes-
mal bald die einigende Zielsetzung herausge-
stellt werden. Weitere Probleme folgten in ihrer
Erörterung; Volksdeutsche Studentinnen, Volks-
deutsche Ältherren, das StudiurfUder nieder-
ländischen, norwegischen, flämischen und wal-
lonischen Studenten," das Studium fremdvölki-
scher Studenten im Reich und andere.

Abschließend konnte festgestellt werden, daß
die Arbeitstagung eine Vielfalt von Problemen
volkspolitischer Art angesprochen hatte, und
in keinem Falle aus diplomatischen Gründen
einer Klärung ausgewichen worden war. Dies
aber gab den Beteiligten die Befriedigung, trotz
der großen Kriegsbelastung eines jeden von
ihnen, an einer Aufgabe mitgearbeitet ^u haben,
die den Aufwand an persönlicher Mühe und
Zeit voll rechtfertigt.

Dr. Hau
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