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Bröndsted, Peter Oluf
Reisen und Untersuchungen in Griechenland: nebst der Darstellung und Erklärung vieler neu entdeckter Denkmäler griechischen Styls, und einer kritischen Übersicht aller Unternehmingen dieser Art, von Pausanias bis auf unsere Zeit (Band 1) — Paris, 1826

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https://doi.org/10.11588/diglit.680#0056
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26 KEOS. TOPOGRAPHIE, klostek der heiligen Marina.

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III.

Unsere karthäische Ausflucht war beendigt. Wir kehrten nach der Stadt
Zea zurück.

Man hatte uns von andern Ruinen gesprochen, die sich auf der südwestli-
chen Seite der Insel befinden sollten, an einem drittehalb Stunden von der Stadt
entfernten Orte, den das Volk Kundaro nennt.Wir zogen dahin auf einem weit
ebneren und bequemeren Wege als der nach Karthäa war. Das Land schien
uns auch auf der Westseite der Insel wohl bebaut, und wir sahen hier eine
grössere Menge von jenen schönen Eichen (ßaXavt.al) als auf dem Wege nach
Karthäa.

Etwa anderthalb Stunden von der Stadt Zea entfernt, auf dem Wege nach
Runduro, besuchten wir ein Kloster der heiligen Marina (1% äyia«; Mapcva?),
besonders wegen eines sehr schönen antiken Thurms, der sich im Klosterhofe
befindet, und sich wohl erhalten hat. Er ist viereckig, auf jeder Seite vier und
zwanzig Fuss breit, von beträchtlicher Höhe, und aus grossen, im Rechteck
gehauenen Rlöcken von einer Art Schiefersteine aufgeführt, die künstlich und
ohne Mörtel an einander gefügt sind. Der innere Raum, durch eine dicke
Mauer in zwei gleiche Theile von oben bis unten getheilt, bestand ehedem aus
drei Stockwerken, welche von gewaltigen steinernen Balken getragen wurden.
Diese Tragsteine sind, ohne weitere Unterstützung, kühn wie eine Brücke, von
der äusseren Mauer auf die innere Scheidewand geworfen. Die Treppe, welche
zu allen drei Stockwerken führte, besteht aus breiten, in gleichen Absätzen
von der inneren Seite der Mauer hervorspringenden Steinen. Ein hübscher
Brunnen ist in der ersten Kammer nahe am Eingange. Man steigt nicht
ohne Beschwerlichkeit hinauf, und kann nicht mehr zu den Zinnen gelangen,
von welchen grosse zugespitzte Steine, wie Sturmpfähle, an der Aussenseite
heraus stehen, und wahrscheinlich eine Gallerie getragen haben. Tournefort
hat sehr Unrecht, dieses altgriechische Gebäude als unbedeutend anzusehen.
Ich möchte fast daran zweifeln, dass er es genau untersucht habe1; denn es

Seine Worte sind (Relation d'un voyage, etc. grec : saint Pantaleon, sainte Anne, Ia Madonna

t. II, p. 21): «II y a cinq monasteres du rite d'Episcopi, Daphne et sainte Marine, oü l'on fait
 
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