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Burckhardt, Jacob
Die Kunstwerke der belgischen Städte — Düsseldorf, 1842

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https://doi.org/10.11588/diglit.3477#0005
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Lattich.

Das palais de justice, früher die bischöfliche
Residenz, zieht hier billig zuerst unsre Aufmerksam-
keit auf sich. Nach mehrmaliger Zerstörung liess es
Eberhard von der Mark, Bischof von Lüttich, im Jahr
1508 neu aufbauen. Wahrscheinlich begann er mit der
Far.ade gegen die rue pierreuse, welche die alter-
thüralichste scheint. Wir sehen die letzte Periode der
gothischen Baukunst vor uns; die Leisten, Rinnen,
Wülste und Gesimse sind mit grosser Genauigkeit
ausgemeisselt; man sucht, wie überhaupt in der da-
maligen profanen Architectur, durch künstliche Durch-
schneidungen zu wirken; aber schon herrschen die
hohlen Glieder sehr vor, und alles was zum eigent-
lichen Zierrath gehört, Basen, Baldachine u. dgl. ist
manierirt. — Die beiden Höfe geben das gothische
Princip im Wesentlichen auf, besonders der grössere
und reichere (jetzt Gemüsemarkt). Er enthält auf je
zwei Seiten dreizehn und siebenzehn Säulen mit ge-
drückten Spitzbogen, so dass das ganze eine riesige
vierseitige Halle bildet, deren Gewölbe zwar noch
fleissig gerippt, deren obere Mauern (über den Bogen)
mit einer gothischrundbogigen blinden Gallerie und
drüber mit gothischen Fensterreihen versehen sind, —
aber die Säulen selbst sind völlig in dem Styl gear-
 
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