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Burckhardt, Jacob
Die Kunstwerke der belgischen Städte — Düsseldorf, 1842

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https://doi.org/10.11588/diglit.3477#0128
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Gent.

Man sollte glauben, dass Gent, unter Karl V> noch
nächst Paris die grösste Stadt des nördlichen Ruropa's,
seine damalige Physiognomie noch so ziemlich beibe-
halten habe. Dem ist aber nicht so; Brügge und
Antwerpen sehen viel altertümlicher aus. Auch ent-
sprechen die noch vorhandenen Reste des XIV. und
XV. Jahrhunderts keinesweges dem damaligen Reich-
thumc der Stadt, besonders die Kirchen haben durch-
weg ein plumpes, düsteres Ansehen. Von den noch
erhaltenen Privatgebäuden ist wohl das Schifferhaus
am Canai, 1531 erbaut, das eigentümlichste; hübsche
gothische Ornamente fassen die meist in gedrückten
Rundbogen schiiessendeu Fenster ein.*) Sonst ent-
hält der marche du Vendredi noch manche altertüm-
liche Gebäude.

Die Cafhedrale Saint • Bavon früher
Satnt-Jean) erhielt um 1228 die Gestalt, welche sie
jetzt besitzt; der vordere Thurin ist 1462 gegründet;
die sehr grosse Crvpta kaum älter als der Rest des
Gebäudes. Das Ganze ist ein ziemlich roher Bau

*) Die Genter nennen dieses und das anstossende Haus
maisons espagnoles. Gott weiss wesshalb; viel eher
könnte man die gleichzeitigen spanischen Bauten
burgundisch nennen.
 
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