Caetani Lovatelli, Ersilia
Antike Denkmäler und Gebräuche — Leipzig, 1896

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als Wettkämpfer in Palästra und Rennbahn dargestellt
sind und sich derselbe Gegenstand wiederholt, sämmt-
lich, wie schon erwähnt, Beweise gemeinsamer Ab-
leitung von einem einzigen berühmten Vorbilde. Das-
selbe rührt vielleicht von Polvklet oder seiner Schule,
jedenfalls aus der Zeit vor Lysippus her, obschon es
schwer wäre, über diesen Punkt etwas gewisses fest-
zustellen.

Besser wird es somit sein, wenn wir unsre Auf-
merksamkeit noch besonders auf diese eigenartig aus-
geführten Messergriffe wenden, von denen wir, soviel
ich weiss, nur wenige Exemplare besitzen. Einer von
ihnen, von dem ich früher gehandelt habe, weicht von
dem eben behandelten nur in der Figur ab, in
welche er ausläuft, indem sie nicht einen Wagen-
lenker, sondern einen komischen Schauspieler vor-
stellt. Ein anderes Exemplar hat Prof. Brizio ge-
sehen, der eine Zeichnung davon besitzt. Der über-
aus lascive Gegenstand verbietet jede Beschreibung.
Ich bin jedoch überzeugt, man würde bei fleissigem
Durchsuchen der öffentlichen und Privatgalerien
wohl noch auf weitere Exemplare stossen. Einst-
weilen müssen wir noch, weil es nicht ohne eine
gewisse Bedeutung ist, die vollkommene Ueberein-
stimmung beachten, die alle diese Messergriffe dar-
bieten , indem sie alle mit einem umgestürzten
jonischen Capitell enden. Es könnte nach meiner
Ansicht darauf hinweisen, dass gerade dies ihre
specielle Form sein sollte.

Hiermit bin ich jedoch am Ende meiner Ver-
muthungen angelangt und muss Halt machen; denn
es wäre, wenn nicht unmöglich, doch sehr schwer, zu
erforschen und zu entscheiden, von welcher Art und
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