Caetani Lovatelli, Ersilia
Antike Denkmäler und Gebräuche — Leipzig, 1896

Page: 43
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Das Zeitungswesen bei den Römern.

ie Zeitungen, die viele Leute vielleicht für
eine völlig moderne Erfindung halten, waren
im Gegentheil schon bei den Römern im
Schwange; und zwar nicht erst in der Kaiserzeit, sondern
schon vor dem Jahre 694 d. St. Es darf dies nicht
Wunder nehmen, wenn man bedenkt, dass bei einem
Regierungssystem, bei dem der Ehrgeiz beständig wach-
gehalten ward, eine ausgedehnte Kette gemeinsamer
Hoffnungen und Interessen alle bürgerlichen Klassen
zusammenhielt und das Ansehen des Staatsmanns vor
allem auf der einstimmigen Unterstützung der Bürger-
abtheilungen, der Municipien, der Colonieen, ja sogar
der fremden Nationen fusste, das gesprochene Wort,
ein so wirksames Mittel es auch sein mochte, für den
Verkehr zwischen Patronen und Clienten, zwischen
Rom und den verschiedenen Völkern nicht mehr ge-
nügen konnte. So musste nothwendig ein Mittel er-
sonnen werden, das eine rasche Annäherung aller
Theile dieses umfangreichen Körpers ermöglichte,
dessen Stimmen Macht und Ruhm, diese zu allen
Zeiten so heiss ersehnten und erstrebten Güter, zu
verleihen im Stande waren.
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