Caetani Lovatelli, Ersilia
Antike Denkmäler und Gebräuche — Leipzig, 1896

Page: 75
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Die Zauberpforte des Esquilins.

O curas hominum! o quantum est in
rebus inane!

Persius, Sat-, I, v. i.

i laubert hat gesagt, es giebt Orte, die so
schön sind, qu'on a cnvie de ks serrer contre
son coeur. Es giebt aber auch andere, die,
ohne gerade etwas Absonderliches darzubieten, doch
eine, ich möchte fast sagen, befremdende Anziehung
besitzen, weil sie ganz unerklärliche Gefühle in der
Seele erwecken. Ein solcher Ort ist für mich der
Garten auf dem Victor Emanuels-Platze in Rom, un-
weit des antiken Esquilinfeldes, wo gegen das Ende
der Republik die Missethäter und Verstorbene aus
der Hefe des Volkes in den pidiculi oder Massen-
gräbern verscharrt wurden;

— Hoc miserae plebi slabat commune sepulcrum —
und Nachts beim fahlen Mondlicht Hexen und Zau-
berinnen Gebeine und wunder-kräftige Kräuter sam-
melten, um Liebestränke zu brauen und Beschwörungen
zu vollziehen.

Als dieser Theil des esquilinischen Hügels von
den prächtigen Gärten des Mäcenas eingenommen
wurde, verschwanden die pidiculi, und die schaurige
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