Curtius, Ernst [Editor]; Kaupert, Johann A. [Editor]
Atlas von Athen — Berlin, 1878

Page: 32
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BLATT IX,

VIER FELSLOKALE.

i. f eisabhänge am Museion, 500 M. südwestlich von
der Kapelle des H. Demetrios, B4 auf Blatt HL Die
Ansicht hat den Zweck, die schroff anstehenden Fels-
massen zu veranschaulichen und zugleich die in historischer
Zeit durch Erderschütterungen hervorgebrachten Verän-
derungen. Man sieht deutlich die rechtwinkeligen Be-
arbeitungen der Felsen, welche ursprünglich zusammenge-
hörten und dann theils heruntergerutscht, theils geborsten
und zertrümmert sind.

2. Der Areopag vom Abhang der Akropolis aufge-
nommen. Man sieht auch hier die in historischer Zeit
eingetretene Zertrümmerung; denn die Felsen, welche den
östlichen Vorsprung des Areopags bildeten, sind in Folge
von Erderschütterungen herabgestürzt und haben unter
ihren Trümmern das Heiligthum der unterirdischen Gott-
heiten begraben. Vgl. Köhler im Hermes VI, S. 101. Es
ist die wildeste Felsengruppe in Athen. An der Nord-
seite sieht man den Rest der Felstreppe, von welcher der
mittlere Theil sichtbar ist. Man hat über den Absturz
des Areopags den Blick in die Ebene des Kephisos; man
sieht im Mittelgrunde des Bildes den sogenannten Theseus-
tempel, im Hintergrunde den Bergzug- des Korydalos.

,3. Die Felsen der Kallirrhoe, mit denen das steinige
Bett des Ilissos plötzlich und schroff gegen die Niederung

abfällt. Man unterscheidet eine grössere, flach gewölbte
Höhle links und zwei kleinere zur Rechten. Im Innern
der letztern erkennt man die Ausmündung sorgfältig ge-
arbeiteter Kanäle, welche einst das "Wasser herausleiteten.
Zwischen den senkrechten Felsen senkt sich das breite
Rinnsal, in welchem bei hohem Wasserstande das Fluss-
wasser herunter fiiesst. Unten am Felsenrande steht ein
flacher Wasserspiegel, welcher noch heute als Waschplatz
dient. Vgl. Blatt X, 3.

4. Ansicht der Grotten des Apollon und Pan mit der
vorspringenden Ecke der Odysseusbastion und der da-
neben emporragenden Nordmauer der Akropolis. Das
Bild dient zur Veranschaulichung der im Kartenblatte III
sowie auf S. 21 und 22 im Grundriss dargestellten und im
Text beschriebenen Oertlichkeiten.

Diese vier Bilder sind nach photographischen Vor-
lagen und Zeichnungen von Herrn Peltz gemacht. Für
die künstlerische Darstellung bin ich meinem Freunde
Herrn A. Berg, Director des Museums in Breslau, zu dem
wärmsten Dank verpflichtet. Auch Herr L. Spangenberg
war so gütig, mir Skizzen der Felspartien des Areopags
zur Verfügung zu stellen.
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