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Curtius, Ernst [Editor]
Die Ausgrabungen zu Olympia (Band 4): Übersicht der Arbeiten und Funde vom Winter und Frühjahr 1878-1879 — Berlin, 1880

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https://doi.org/10.11588/diglit.767#0011
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in ähnlicher Weis,; in cinon Schopf aufgenommen, wie bei
den weiblichen Metopenköpfen b.B. dem auf Tat XI. Höhe
des erhaltene» 0,31 m; Breite 0,13; Gesichtslänge 0,(7.

Xb. Kxisekde L.M-iniiN uxd Kentaur, aus der linken
Hälfte des Wcstgicbcls. Die photographi sehen Aufnahmen
der Lapithin auf Taf. jo des II. und dos Kentaurenleibes
auf Taf. 15b des III. Bandes zeigen noch beide Gestalten
getrennt; der Wcstgiebelcntwurf III Taf. d0-=7 hat unter
DIU zwar beide Theile zu einer Gruppe vereinigt, über es
ist dort der Lapithin ein ihr fremder Kopf zugewiesen worden.
Dieser lrrthum stellte sich heraus als am :<). Mai ein Slüek
des richtigen Kopfes in einem der spülen Häuser nur 5m
nördlich von der Mitte der byzantinischen Kirche zum Vor-
schein kam. Das Fragment umfosslc Hals, Nackenhanr und
Kinn der Lapithin nebst einem Theil der emporgezogenen
linken Schulter, gegen die sich ihr Kopf leimt. Der rechte
Busen ist näher zum Zeustempel im Westen gefunden; da-
gegen waren das Fragment der rechten Schulter und das
mittlere keilförmige Bruststück, durch dessen Anfügung die
Zugehörigkeit des Kopfes erst erwiesen wurde, weil nach
Osten, in die Gegend /.wischen den Oslhallen und dem
Zcustempcl verschleppt worden. Wir berichten dies Alles,
um zu zeigen, wie entsetzlich einzelne Glieder des Wcst-
giebcls zertrümmert und auscinnndergezerrt worden sind,
und welche Schwierigkeiten es oft macht, das ursprünglich
Zusammengehörige wiederzuerkennen. Ausserdem hat sich,
nachdem die photographi sehe Aufnahme der Gruppe bereits
vollendet war, auch ein Stück vom linken Hinterbeine des
Kentauren hinzugefunden, welches sich genau an den Huf
im Schoossc der Lapithin anpassen liess. Durch all diese
Ergänzungen wird die compHcirle Vcrschlingung beiller Ge-
stalten wesentlich' klarer. Der Kentaur bestrebt sich, die
Lapithin mit seinem Hinterbein festzuhalten, um einen oder
beide Arme zum Kampfe mit dem anstürmenden Laphhen
frei zu behalten. Das Weib dagegen sucht ihren Kopf
mit dem linken Arm gegen die Umklammerung des
Beines zu schützen, mit dem der Kentaur ihr das Gewand
vom linken I3uscn hcrabgclrcten hat; mit der Rechten Slösst
sie ihren Gegner von sich. - Höhe der Gruppe i,So ,n;

beros, also etwa Athena oder Kora*). Die Ansicht, welche
die Tafel von dem Kopfe giebt, hat derselbe auch ursprüng-
lich innerhalb des Metopcnfeldes dargeboten. Dies geht
aus der Richtung eines cylindrischen Ansatzes an der lin-
ken Seite des Hinterkopfes hervor, mit dem dieser am Re-
liefgrunde fesisnss (Dm. 7 cm); ferner auch daraus, dass die
plastische Markirung der Stirnlocken nur an der rechten
Seite durchgeführt ist. Dagegen muss der Kopf aber ein
wenig mehr vorwärts geneigt werden, als dies in unserer
Photographie der Fall ist, so dass er ein wenig abwärts
blickte. Denn auf dem Scheitel dieses sowoi wie sämmt-
lichcr übrigen Mctopenköpfc befindet sich ein kreisrundes,
C. icm breites und ['/.—5 cm tiefes Loch, das, soviel sich
bis jetzt hat beobachten lassen, stets senkrecht d. h. parallel
zu den Seitenrände™ der Mctopcn gebohrt worden ist. —
Gefunden wurde der Kopf am 7- März 1879 innerhalb der
späten Mauern vor der Fchohalle (25 m westlich von deren
SWFcke, c. 60 m östlich vom Zeustempel). M.o,:.|ni; Ge-
sichtsläugc 0,14; Breite (von einem Ohr zun, anderen ge-
messen) 0,17.

Xlla. Maske des IIkraklesnorFes aus der Kcrberos-
metope (Ost). Der Kopf ist, wie sich durch die Anfügung
der Brust- und Schulterfragmente herausgestellt hat und
durch die Richtung des Bohrloches im Scheitel bestätigt
wird, abwärts sehend zu denken, im Rückblick auf den Ker-
beros, welchen Herakles hinter sich her aus der Tiefe hernuf-
zerrt (s. Cap. IV). Die Ränder des Hinterkopfbruches sind
auf der Photographie überall deutlich. Gefuntlon am selben
Tage mit dem auf der vorhergehenden Tafel abgebildeten
weiblichen Kopf und nur etwa einen halben Meter von dem-
selben entfernt. H. 0,25m; Br. 0,17; Gesichts länge 0,15.

Xllb. HkrakUBSKOPP, wahrscheinlich aus der Ost-
meiope mit dem Raube der Diomedesrossc, von denen
Herakles eines am Zügel gepackt hat (s. Cap. IV). Der
Kopf blickte von dem Rosse (ExpeU de Morüe I Taf. 75, .|)
weg im Profil nach links und war ein wenig geneigt, wie
aus der Richtung der beiden Bohrlöcher im Scheitel hervor-
geht. In der Photographic ist er nahezu in der Vorder-
ansicht gegeben worden, weil die am Reliefgrnnde haftende
rechte Seite des Gesichtes besser erhalten ist. Nachträglich
hat sieh unter den Fragmenten auch die linke Slimhällie
wiedergefunden. Der Kopf SL-lbsl wurde aus einer in spa-
terer Zeil über der Echohalle und zwar 14 m vom NFnde
derselben errichteten Hülle hervorgezogen. H. 0,27 m.

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