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Fig. 689. Kartause am Johannisberg.
Stich von Peter Mayer, 1771.
Freiburg i. Br., Augustinermuseum.


EHEMALS KARTAUSE AM JOHANNISBERG
Von den »kleinen« Scheiben aus der Freiburger Kartause werden unter ihrem ehemaligen Standort insgesamt dreizehn
behandelt, deren Provenienz inzwischen als gesichert gilt. Ihre Entstehung fällt in den Zeitraum von etwa 1485 bis 1513;
als ursprüngliche Standorte kommen vor allem die Fenster des kleinen und großen Kreuzgangs in Frage. Von den in
zwei Phasen - um 1515/17 und nach 1521 - ausgeführten »großen« Kartausscheiben sind 15 Fensterbahnen mit 30 Fel-
dern auf uns gekommen. Zehn von ihnen wurden allerdings 1945 in Berlin zerstört; sie werden in einem Anhang (s.
S. 59/f.) katalogisiert. Als ursprünglicher Standort stehen für diesen Zyklus außer dem großen Kreuzgang die Fenster
des Refektoriums zur Diskussion. Nach dem Tod Gregor Reischs, der von 1502 bis 1525 als Prior wohl die meisten die-
ser Fensterstiftungen initiiert hatte, kamen noch zwei Farbverglasungen hinzu, von denen jedoch nur die 1528 datierte,
sechs Scheiben umfassende Stiftung des Dr. Johannes Widmann hier behandelt wird (s. S. 590-593). Die sechs Scheiben
umfassende große Kreuzigung, die durch eine Inschrifttafel mit dem Datum 1563 verbunden ist, sowie vier zugehörige
Scheiben einer Mater dolorosa und eines Schmerzensmannes - das Ensemble befindet sich seit 1901 im Historischen
Museum in Basel - werden ausgeklammert, obwohl alle drei Bildkompositionen in ganz unterschiedlichem Umfang um
1525 (?) entstandene Teile enthalten, die um 1560 »verneut« wurden1.
 
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