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ERZBISCHÖFLICHES ORDINARIAT

SCHEIBEN AUS DER SÜDWESTLICHEN LANGHAUSROSE DES MÜNSTER Nr. 1, 2 Fig. 382E, Abb. 182
Die beiden Blütendreipässe wurden zusammen mit zwei Rebleute-Wappen im Augustinermuseum bereits unter dem
ursprünglichen Standort katalogisiert (s. S. 342).

ORNAMENTSCHEIBEN AUS DEM KONSTANZER MÜNSTER Nr. 3, 4 Fig. 776, 798, Abb. 387L
Konstanz, um 1290. Als ursprünglicher Standort kommen die schmalen Lanzettfenster der Konradi-Kapelle in Frage1.

3. RAPPORT AUS BLATTQUADRATEN
Fig. 799, Abb. 387
Rechteckscheibe. H. 69 cm, B. 21,5 (urspr. ca. 26) cm.
Erhaltung: Randstreifen ohne Perlband ersetzt2. Neu verbleit.
Ornament, Farbigkeit: Auf der Spitze stehende Grisaillequadrate
mit um eine grüne Blüte angeordneten Weinblättern, dazwischen
rote Blüten mit gelben Eichenblättern auf blauem Grund.
CVMA Großdia E 80 (2009)

4. RAPPORT AUS BLATTQUADRATEN
Fig. 800, Abb. 388
Rechteckscheibe. H. 44 (urspr. 69) cm, B. 21,5 (urspr. ca. 26) cm.
Erhaltung: Rapport durch Flickstücke gestört. Neu verbleit.
Ornament, Farbigkeit: Auf der Spitze stehende Grisallequadrate
mit um eine gelbe Blüte angeordnetem Eichenlaub, dazwischen
grüne Blüten mit gelben Beifußblättern auf blauem Grund.
CVMA Großdia E 79 (2009)

ARCHITEKTURSCHEIBE AUS DER KONSTANZER DOMINIKANERKIRCHE Nr. 5 Fig. 799, Abb. 397
Konstanz, um 1320. Ursprünglicher in einem der beiden Seitenfenster der Westfassade3.

5. TABERNAKELBEKRÖNUNG Fig. 798, 801, Abb. 400
Genaste Kopfscheibe. H. 109,5 cm, B- 42,5 cm.
Die in der Schatzkammer des Münsters verwahrte Scheibe befin-
det sich seit 2007 als Leihgabe im Forschungszentrum des CVMA.
Erhaltung: Im Gegensatz zu dem von Geiges kopistisch erneu-
erten Gegenstück im Augustinermuseum (s. S. 606) kaum er-
gänzt, aber wie die Ornamentscheiben Nr. 3, 4 neu verbleit.
Komposition, Farbigkeit: Gerahmt von einem weißen SOS-Band
wächst vor einem rot/grünen Blütenkarogrund ein gelb/weiß
gefaßter zweigeschossiger Turmtabernakel auf, der eine Standfi-
gur in einer Wimpergarkade bekrönt hat. Der streng orthogonal
projizierte Turmaufriß zeigt im unteren Fensterwimperg einen
lilienendigen genasten Sechspaß unter einem roten Dreistrahl so-
wie weiße, vollständig aus Maßwerk bestehende Strebebögen.
Technik, Stil, Datierung: Anf Grund übereinstimmender Maß-
werkformen können beide Kopfscheiben der Werkstatt des Chor-
achsenfenster zugewiesen werden4. CVMA Großdia E 9 (2009)
1 Der 1283 errichtete Neubau der Konradikapelle erhielt ein dreibahni-
ges Maßwerkfenster mit sehr schmalen Lanzetten. Wahrscheinlich saßen
die Ornamentscheiben jedoch in den drei nach Süden gerichteten, ähn-
lich schmalen, gestaffelt angeordneten Lanzetten des Vorraumes, dessen
einzige Lichtquelle sie sind. Ihre Gewände wurden allerdings im 19. Jh. er-
neuert. Vgl. Heribert Reiners, Das Münster Unserer Lieben Frau zu Kon-
stanz (Die Kunstdenkmäler Südbadens I), Konstanz 1955, S. 37, 197-201.
2 Die von Geiges angefertigten Aquarelle (Geiges 1931-1933, Abb. 814,
816) zeigen die beiden zu den »Konstanzer Erwerbungen« gehörenden,
in der Schatzkammer des Münsters aufbewahrten und heute als Leihga-
ben des Erzbischöflichen Ordinariats im Forschungszentrum des CVMA
befindlichen Scheiben in einem rekonstruierten Zustand.
3 Das riesige fünfbahnige Fassadenfenster kommt hierfür nicht in Frage,
unabhängig von der Klärung, ob die in die Ermitage nach St. Petersburg
gelangten Reste eines um 1310 datierten Tabernakelfensters (Becksmann
1979, S. 147, Textabb. 25E) von hier oder aus dem Westfenster der Zister-
zienserkirche in Kappel am Albis stammen. Vgl. hierzu die Lithographie
von F. Pecht aus der Mitte des 19. Jh., die das Kloster vor dem Umbau
zum Inselhotel von Westen zeigt (Becksmann 1979, Taf. XI b).
4 Zu den heute auf Schloß Heiligenberg befindlichen Scheiben s. Becks-
mann 1979, S. 134-147, Abb. 161,164,167.




Fig. 799, 800. ES
EO Nr. 3, 4.

Fig. 801. Tabernakelbekrönung. Freiburg i. Br.,
Erzbischöfliches Ordinariat. Konstanz, um 1320.
 
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