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Fachwerkobergeschoss aufgeführte Gebäude
im 16.Jh. entstanden sein. Über einem ähnlich
alten Keller errichtete 1869 Maurermeister
Schorch anstelle des ehemals zugehörigen
Nebenhauses Nr. 41a einen Neubau mit zwei-
geschossiger Putzfassade in asymmetrischem
Aufriss. Dem westlichen, leicht vorgezogenen
Trakt, den über der stichbogigen Durchfahrt
(1932 leicht verbreitert) im Obergeschoss eine
befensterte, säulenunterteilte Zweierarkatur mit
Überfangprofil und Maskenmedaillon im Bo-
genzwickel auszeichnet und den ein zweiachsi-
ges Zwerchhaus abschließt, steht ein schlichte-
rer östlicher Abschnitt mit zwei faschengerahm-
ten Fenstern im Obergeschoss und einem
Ladeneinbau des 20.Jh. im Erdgeschoss
gegenüber. Den östlichen Schlusspunkt der
südlichen Straßenseite setzt ein ziegelsichtiger,
kompakter Baukörper unter Satteldach (Nr. 42),
der 1898/99 für den Bäckermeister Feldmann
auf einem ehemals zur Neuen Sülze gehören-
den Gartengrundstück errichtet und nach
einem Brand 1993 instand gesetzt wurde. Die
Gestaltung der siebenachsigen Fassade mittels
glasierter Backsteine an den Stichbögen der
Fenster sowie den Sohlbänken und eines
Spitzbogenfrieses unterhalb der Traufe weist es
als solide, aber zurückhaltend konzipierten
späthistoristischen Wohnhausbau aus, dessen
Mittellängsflur über die Westachse erschlossen
wird.
Auf dem Meere 1/2. Ehemaliges Gebäude der
Kreissparkasse Lüneburg in exponierter Lage
am Südwestrand des Marienplatzes, erbaut
1912 nach Plänen des hannoverschen Archi-
tekten Karl Siebrecht, der u.a. das Verwaltungs-
gebäude (1911/12) der Keksfabrik Bahlsen an
der Podbielskistraße in Hannover entworfen
hatte. Zweigeschossiger Ziegelbau aus zwei
sich durchdringenden Trakten mit Annexen.
Den Hauptbaukörper bilden gegen den Marien-
platz ein nördlicher traufständiger und ein dage-
gen leicht vortretender, südlicher giebelständi-
ger Trakt, der in der Blickachse der Waage-
straße einen städtebaulichen Akzent setzt. Bei-
den Bauteilen ist unter niedrigerem Satteldach
seitlich ein giebelständiger Anbau vorgelegt, so-
dass ein komplexer, aber klar gegliederter
Baukörper entsteht, dessen Wirkung auf dem
Material der dunkelbraunvioletten Klinker (Fa.
Albert Herr in Wendisch-Wehningen) und der
ruhig strukturierten Wandflächen durch fa-
schenlose, schmal geschnittene Fensteröffnun-
gen beruht. Kontrastierend dazu sind die
Giebeldreiecke der giebelständigen Trakte mit
einem wabenförmigen Ornament gefüllt, das
einen Rückgriff auf Vertikalgliederungen der
spätgotischen Backsteinarchitektur darstellt.
Angepasst an die Lüneburger Dachlandschaft
sind die hohen Dächer in roten hannoverschen
Pfannen gedeckt. Der über eine abgerundete
Freitreppe an der Südseite erreichbare Haupt-
eingang ist in Form eines korbbogigen Gewän-
deportals gestaltet (die originale zweiflügelige
Haustür mit reich beschnitzter Schlagleiste ist
ersetzt; Vergitterung des Oberlichts wabenför-
mig). Beiderseits davon in Rundbogennischen
zwei figürliche Keramiken aus der Werkstatt
Georg Krügers, Berlin, die das Nähren und
Verzehren allegorisieren. Im Erdgeschoss waren
die Geschäftsräume, im Obergeschoss entlang

Auf dem Meere 1/2, Südostansicht, erbaut 1912



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