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zwei Ausluchten, wie sie ebenfalls an dem 1882
aufgestockten Haus Nr. 3 vorhanden waren
(1936 entfernt). Nach einer Teilrekonstruktion im
Erdgeschoss (1986) präsentieren sich ebenso
die beiden Ausluchten von Nr. 5 wieder in zwei-
geschossiger Form. Von den großflächig durch
moderne Schaufensteranlagen aufgelösten
Erdgeschosszonen hebt sich das Haus Nr. 10
mit einem säulchengerahmten Ladeneingang
von 1903 ab, dessen Oberlicht schmiedeeiser-
ne und hölzerne Elemente kombiniert. Das
zweiachsige Zwerchhaus setzte 1928 der
Architekt F. Krüger auf.
Kleine Bäckerstraße 1. Wohn-/Geschäftshaus
in Ecklage an der Unteren Schrangenstraße.
Ersetzte 1907 ein Haus wohl des 15.Jh. ein-
schließlich zweier Nebengebäude. Nach dem
Entwurf des Maurermeisters O. Puschel wen-
det der großvolumige Verblendziegelbau der
Klei-nen Bäckerstraße eine dreiachsige Ansicht
zu und entwickelt sich als langgestreckter Bau-
körper von drei bzw. rückwärtig vier Ge-
schossen entlang der Unteren Schrangenstra-
ße. Zeitgemäß auf eine Geschossunterteilung
verzichtend, übernehmen die mit Vierpass-
formsteinen in unterschiedlicher Breite ausge-
füllten Brüstungsfelder der Stichbogenfenster
eine strukturierende Funktion. Die Zäsur zu
dem mit mehreren, unterschiedlich großen
Gauben besetzten Dach bildet ein kombinierter
Fries aus zweilagigen Röllchen und genasten
Spitzbogen. Akzente an der Längsseite zur
Schrangenstraße setzen das profilierte und von
dunkelbraun glasierten Tausteinen eingefasste
Rundbogenportal unter Eselsrückenprofil sowie
ein zweigeschossiger Fachwerkerker mit Fä-
cherrosetten bzw. Fußbändern in den Brüs-
tungsfeldern der Vorhangbogenfenster. Im ab-
schließenden Fries des ersten Geschosses sind
die Namen der Bauherrschaft, des Handschuh-
machers Georg Fuchs und seiner Frau Helene,
sowie das Erbauungsjahr aufgemalt. Zu beiden
Seiten des zwerchhausbesetzten Eckerkers
gipfelt die Gestaltung in zwei dreiachsigen
Zwerchhäusern mit Fialengiebeln. Beispiel
eines späthistoristischen Geschäfts- und Miet-
wohnhauses, das auch im Innern wesentliche
Gestaltwerte bewahrt hat, deren Qualität im
Äußeren auf der Kombination von Schmuck-
formen der Gotik und Renaissance beruht, wie
sie teilweise in der historischen Lüneburger
Architektur anschaulich sind.
Kleine Bäckerstraße 2. Schmales Giebelhaus
mit nordwärts anschließendem Hofflügel in
Fachwerk. Dreigeschossig durchgebautes Vor-
derhaus aus Backstein von 1407d (Dachwerk).
1878 im Auftrag des Handschuhmachers A.
Fuchs von Maurermeister A. Körner durch ei-
nen fünfteiligen Staffelgiebel mit Stichbogen-
fenstern innerhalb korbbogiger Blenden umge-
staltet. Die Fensteranordnung und der qua-
derimitierende Putz der beiden Obergeschosse
1891 nach Abbruch eines Erkers auf der Süd-
und einer zweigeschossigen Auslucht auf der
Nordseite entstanden. Mit der Aufgabe des
linksseitigen Ladens erfolgt seit 1902 die
Erschließung über einen schmalen Flur in der
Südachse, nachdem die Treppenanlage bereits
ein Jahr zuvor in die Südwestecke des Hauses
verlegt worden war. Hier Abgang zu dem die

gesamte Haustiefe einnehmenden Keller (1682
als Wohnkeller verzeichnet) mit einer aus first-
parallelen Balken bestehenden Decke auf
Unterzügen, deren Felder z.T. Stichkappen der
Zeit um 1900 schließen. Die Disposition mit Flur
in der Südachse und durchfensterter Zwischen-
wand zu den Wohnräumen nach Norden im
zweiten Obergeschoss erhalten. Das mit drei
angeblatteten Kehlbalkenlagen ausgesteifte
Dachwerk wird im ersten Geschoss von einem
außermittig nach Süden versetzten Stuhl unter-
stützt. Bis ins Dach hochgezogene nördliche
Außenwand zur Aufnahme der Dachrinne.
- Hofflügel. Der im 18.Jh. vorhandene, vermut-
lich in den beiden unteren Geschossen ältere
Substanz enthaltende Flügelbau 1902 um ein
Stockwerk mit Dachterrasse in Fachwerk er-
höht. Die Nordwand bündig mit dem Haupt-
haus in Backstein, Ost- und Westseite über
Ziegelsockel in Fachwerk ausgeführt. In das
zweite Obergeschoss führt eine hierher versetz-
te barocke Füllungstür.
Kleine Bäckerstraße 10A. Zweigeschossiges
Gebäude, bestehend aus einem straßenseiti-
gen, traufständigen Trakt und einem dazu im
rechten Winkel nach Osten gerichteten hofseiti-
gen Trakt. In dieser Form kurz vor 1788 nach
dem Abriss eines Vorgängerbaus des Schus-
ters Nobis an der Kleinen Bäckerstraße ent-

standen, nachdem 1784 der Eigentümer des
Eckgebäudes Am Sande 54 dieses Grundstück
erworben hatte. Der straßenseitige Trakt,
ursprünglich mit massiver Erdgeschosswand
an Ost- und Nordseite, in einer Konstruktion
aus Doppelständern von vier Gefach Länge
unmittelbar an den Giebel des Hauses Am
Sande 54 anschließend und nach Norden mit
abgewalmtem Dach schließend. Die ursprüng-
lich dreizonige Grundrissgliederung inzwischen
in beiden Geschossen beseitigt. Das erstmals
1903 mit einem Laden eingerichtete Erdge-
schoss wurde mit seiner rechten Achse 1928 in
den Arkadenbau des Haupthauses einbezo-
gen. Beim Neubau des 18.Jh. wurde der aus
einem Stallgebäude hervorgegangene hofseiti-
ge Trakt, ein zweistöckiger Fachwerkbau mit
zweifacher Verriegelung und Schwelle-Ständer-
Streben am südöstlichen Eckständer, in die
Wohnnutzung einbezogen. Im Obergeschoss
der Südseite, die mit einem hölzernen profilier-
ten Gesims abschließt, zwei vierteilige Fenster
mit mittigem Kämpfer, originalen Winkelbän-
dern und halbrundem Pfostenprofil im Innern.
Die barocke Ausstattung ergänzen weiterhin ein
zweifeldriges Türblatt, dessen Füllungen ange-
stochene Ecken besitzen, sowie eine zum
Dachboden führende Treppe mit schneckenför-
migem Anfängerpfosten und aufwändig gesäg-
ten Brettbalustern.


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Kleine Bäckerstraße 1

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