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geländer vor der Südwand (ehemals im nörd-
lichen Dielenbereich etwa mittig), außerdem im
Obergeschoss mehrere Fensterpfosten sowie
ein kleiner Wandschrank überliefert. Unter dem
westlichen Hausbereich eine wohl vom Vor-
gängerbau (15.Jh.?) stammende Kelleranlage
aus nordsüdlich gerichteter, kurzer Segmentbo-
gentonne sowie einer weiter gespannten, in
Ostwestrichtung vor der südlichen Außenwand
verlaufenden, tief ansetzenden Tonne (ca. 2,20
Meter Scheitelhöhe) von leicht spitzbogigem
Querschnitt mit breiten Segmentbogennischen
auf der Nordseite und etwas schmaleren auf
der Südseite, wo sich im östlichen Abschnitt
eine Kaminschürze erhalten hat. Das zweifache
Kehlbalkendach mit eingezapften Balken,
unterstützt im ersten Dachgeschoss von einem
doppelt stehenden Stuhl mit Kopfbändern im
Längs- und Querverband, nimmt im zweiten
Dachgeschoss ein Windenrad auf.
Rotehahnstraße 13. Zweigeschossiges Giebel-
haus, das der Böttchermeister Christian Bissen
um 1799 (sechs Jahre Schossbefreiung) unter
Einbeziehung von Bausubstanz wohl des
15./16.Jh. grundlegend umbauen ließ. Rück-
seite über dem verputzten Erdgeschoss aus
Fachwerk mit Pfannenbehang an Oberge-
schoss und Giebel. Dreiachsige, geschlämmte
Massivfassade unter dreieckbekröntem Steil-
giebel mit Bandgesimsen. Erschließung in der
Nordachse über eine zweiflügelige, in den
1970er Jahren translozierte Tür mit Stabkanne-
luren im unteren Bereich und darüber zwei
ornamental geschmückten Füllungen. Am
Westende des Durchgangflurs Treppe mit klas-
sizistischem Stabwerkgeländer.
- Nordwärts anschließender Hofflügel unter
Satteldach. Über massivem Erdgeschoss ein
wohl um 1800 aufgesetztes Obergeschoss in
Fachwerk mit zweitverwendeten Ständern und
Schwelle-Rähm-Streben in den Eckgefachen
sowie hochkant gestellten Klosterformatziegeln
als Ausfachung.

Rotehahnstraßelß; 14-19, Stiftung „Roter Hahn'


Rotehahnstraße 14-19. Stiftung „Roter Hahn“.
Gebäudekomplex auf der Westseite der Straße,
dessen Bezeichnung sich einem hier gelege-
nen, „tom Roden Hane“ genannten Haus des
1487 verstorbenen Ratmanns Hinrik Erpensen
verdankt. Als so genanntes Gotteshaus von
wohlhabenden Bürgern im Rahmen der religiös
motivierten, privaten Armenfürsorge zur
Unterbringung minderbemittelter älterer Ein-
wohner der Stadt gegründet, stellt die 1537
erstmals archivalisch erwähnte Einrichtung, die
in Teilen bis heute unter städtischer Verwaltung
eine ähnliche Funktion erfüllt, eine in ihrer
Geschlossenheit bedeutende Anlage im nord-
deutschen Raum dar. Nach dem Stadtplan von
1802 dehnte sie sich bis zu dem kleinen
Bauwich nördlich der Hausnummer 11 aus.
Heute setzt sie sich aus drei zur Straße giebel-
ständig orientierten, zweigeschossigen Gebäu-
den und einer um den feldsteingepflasterten
Innenhof gruppierten Bebauung aus sieben ein-
geschossigen Buden im Norden und Westen
sowie zwei kleineren Nebengebäuden an der
Südseite zusammen. In den Jahren von 1897
bis 1903 wurde der Komplex einer gründlichen
Restaurierung unterzogen, die insbesondere
die vollständig erneuerten, massiven Erdge-


Rotehahnstraße 19, Ostfassade, „1576”

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