Fliegende Blätter — 42.1865 (Nr. 1017-1042)

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Ein n n e i g e n n ü tz i g c r Freund.

(Schluß.)

Der junge Mann und der dicke Herr verweilten noch
einige Augenblicke unter dem Portale des Gebäudes.

Der Baron fiel dem kleinen Herrn um den Hals und
schüttelte ihm alsdann herzhaft die Hände.

„Mein lieber Herr," begann er leidenschaftlich —
„dieses Mädchen ist ein Engel! Ich fühle, daß ich Ihnen
das Glück meines Lebens verdanken werde! Aber um Gottes
willen, was haben Sie dem Vater der liebenswürdigen Rosa
alles über mich gesagt? Ich wäre beim Souper einigemale
wahrhaftig recht in Verlegenheit gerathen, hätten Sie nicht
immer noch zu rechter Zeit ausgeholfen. Und dem Fräulein
müffen Sie ebenfalls allerlei von mir vorgeschwaht haben,
eö könnte sonst unmöglich sein, daß ich so — daß —"
„Daß sie solchen Eindruck gemacht haben würden, he?"
lachte der kleine Mann. — „Nun, ich sagte dem Mädchen,
daß Sie seit drei Monaten sterblich in sie verliebt seien
und als ein bescheidener Jüngling nur auf eine passende
Gelegenheit harrten, ihr dieses zu gestehen. Still, mein
Freund, der Vater weiß auch bereits darum, und Sie haben ge-
sehen, wie gewogen er Ihnen ist. Verfolgen Sie Ihr Glück!"

„Mein Herr, Sie setzen mich in Erstaunen!" stammelte
Baron Karl.

„Sehr schmeichelhaft!"

„Was veranlaßte Sie, mir einen so ausgezeichneten
Dienst zu leisten? Mir, der ich Ihnen doch völlig fremd
bin?"

Der kleine Herr kniff die Augen zusammen und lächelte
verschmitzt.

„Still, mein Lieber!" antwortete er. — „Sie fragen,
weshalb ich eS mir angelegen sein lasse, Sie mit der schönen
Millionärin zu vcrheirathen? Sie werden das an ihrem
Hochzeitstage und zwar nach der Tafel erfahren. Nützen

Diese vortreffliche Meinung, welche Beide von einander
gefaßt hatten, ward im Verlaufe einiger Quadrillen und
Walzer, die sie mit einander tanzten, noch erhöht, besonders
als eS schließlich im Nebensalon zu cinein gemeinsamen
Souper kam, zu dem Herr Halbmaicr den Baron und seinen
originellen Gefährten cingeladen.

Und als nun der Ball in früher Morgenstunde zu
Ende ging, da durfte der Baron die junge Dame an die
Equipage geleiten, und erhielt vom Papa eine Einladung
auf den folgenden Tag.

Der Wagen rollte von dannen.

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Ein uneigennütziger Freund"
Weitere Titel/Paralleltitel
Fliegende Blätter
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Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Eigennutz
Freundlichkeit
Auflösung
Bräutigam <Motiv>
Karikatur
Schulden
Baron
Bekannter
Wechselbürgschaft
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Creditline
Fliegende Blätter, 42.1865, Nr. 1038, S. 169 Universitätsbibliothek Heidelberg
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